Westenried


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Die Geschichte von WESTENRIED

Die Geschichte und Entstehung des Ortes Westenried kann urkundlich bis zum Anfang verfolgt werden. Die Rodung und Besiedelung des Gebietes westlich des Hauptortes Wiggensbach erfolgte von der Burg Wiggensbach aus (genannt Burg Susegg oder Suseck).

Der Name Westenried bedeutet wohl Rodung oder Ried im Westen des Hauptortes Wiggensbach. Das Ried im Westen – daraus der Ortsname Westenried. Ried kann bedeuten Rodung wie auch Feuchtgebiet. Im Tal von Westenried gab es ein Feuchtgebiet mit Gebüsch und Wald (Felbermoos).

Die älteste Urkunde von der Burg und Westenried ist ein Kaufvertrag aus dem Jahr 1443 aus dem Stadtarchiv Kempten, eine Kopie ist im Gemeindearchiv Wiggensbach. Sie beschreibt einen Kauf zwischen dem damaligen Besitzer der Burg Wernher Häringer, Bürger zu Ulm, der auch zugleich Besitzer von Ländereien um Westenried ist, und dem Benz Müller zu den Hauggen in der Wiggensbacher Pfarr. Dieser Benz Müller zu den Hauggen kauft von Wernher Häringer zwei Gütlein zu Westenried. Eines ist das Jörgengütli, gelegen zu Westenried in der Esche zwischen der Burg und Westenried, das andere ist das purlis Gütli.

Die Geschichte der Burg ist in den Anfängen ziemlich im Dunkeln. Die Freiherren von Rettenberg und Trauchburg hatten Besitz in Wiggensbach, damit auch die Burg Susegg. Die Trauchburger verkauften im Jahr 1280 ihren Wiggensbacher Besitz, somit auch die Burg, an die Kemptener Bürgerfamilie Motz. Die Güter mit der Burg sind dann 1451 als Lehen vom Stift Kempten erwähnt. Einen Ort Westenried gab es zu dieser Zeit noch nicht. Der 1451 erwähnte Vorhof zur Burg ist zum Bauhof der Burg geworden. Im Gebiet von Westenried bestand vermutlich der sogenannte Maierhof, dieser dürfte ebenfalls zur Burg gehört haben, von der die Rodung und Besiedelung dieses Gebietes ausgegangen ist.
Nachdem nun ausreichend Siedlungsfläche vorhanden war, gab es eine Aufteilung. Aus den drei Urgütern – die Burg, der Vorhof und dem Maierhof (Almende) – sind in der Zeit von 1451 bis 1453 daraus zehn Güter entstanden. Bis zum Jahr 1593 waren es dann zwölf Güter. Das Dorf Westenried ist also durch die Aufteilung des Maierhofs entstanden.

Die Vereinödung (Flurneuordnung) im Ortsgebiet Westenried wurde im Jahr 1692 durchgeführt. So wie sich die Siedlungsstruktur von Westenried darstellt, wurden damals einige Anwesen aus dem Ortskern ausgesiedelt.

Bis in die Zeit um 1850 wurde im Allgäu verbreitet Flachs angebaut (deswegen auch das „blaue“ Allgäu genannt), so auch in Westenried. Hier haben 17 Bauern gemeinsam zum Flachstrocknen eine Dörrhütte gebaut. Seit undenklichen Zeiten ist die Flur Nr. 1516 in gemeinsamem Besitz, so steht es in einem alten Kataster im Gemeindearchiv. Der Zugang erfolgte über die Flur Nr. 1436 ½  = Weg. Das war die erste genossenschaftliche Einrichtung in der Gemeinde Wiggensbach, schon vor weit mehr als 200 Jahren.

Am 28.2.1900 kauften 12 Bauern um 100 Mark einen Bauplatz zum Bau einer Sennerei. Das Käsereigebäude wurde noch im selben Jahr gebaut. Es ist die Haus- Nr. 157 1/3, jetzt Burgweg 11. Die Sennereigenossenschaft stellte den Betrieb im Jahr 1955 ein. Die Milch wurde anschließend zur Sennerei nach Wiggensbach gebracht. Vor 1900 war im Anwesen Haus- Nr. 157, neu Burgweg 13, eine Hauskäserei.

Die Entstehung des Ortsnamens und des Ortes Westenried kann von Anfang an urkundlich nachverfolgt werden. Es hat sich von Anfang bis zur Gegenwart in und um Westenried vieles verändert. Doch wenn man die geschichtlichen Ereignisse verfolgt, kann der Ort eine interessante Vergangenheit nachweisen.
Die Höhenlage 900 m über NN geht mitten durch den Ort. Um 1870 gab es in Westenried 20 Wohngebäude, darin wohnten 27 Familien, insgesamt 107 Seelen (nach Kirchenprotokoll). Mittlerweile (2025) wohnen in Westenried rund 240 Einwohner.