Ortsteile und Weiler


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Vorstellung unserer Ortsteile und Weiler

Parallel zu den Veröffentlichungen im Wiggensbacher Wochenblatt unter der Rubrik "Heimatkundlicher Arbeitskreis"  möchten wir Ihnen  die 75 Ortsteile und Weiler von Wiggensbach in alphabetischer Reihenfolge kurz vorstellen.

Großer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Josef Haggenmüller, welcher die historischen Unterlagen, insbesondere jene der Vereinödung, sorgfältig gesichtet und ausgewertet hat.

 

Hitzenschwenden

Beginnen möchten wir mit einem Weiler, den es heute nicht mehr gibt. 

Der zwischenzeitlich aufgelassene Weiler lag westlich des Weilers Adelegg auf dem Höhenrücken, welcher sich vom Blender bis nach Gschnait bei Muthmannshofen erstreckt. Hitzenschwenden und seine Hofstellen lagen auf ca. 950 m ü.NN. hoch über dem Kürnachtal im Dreieck zwischen Adelegg, dem Petersberg und dem Butzenwald.

In einer Karte aus dem Jahr 1805 ist „Hizschwende“ verzeichnet, vermutlich waren es zu dieser Zeit 3 Gehöfte. Im Jahr 1839 betrug die „Zahl der Seelen“ (Bewohner) 23.

Der Einödweiler ist Ende 19. bzw. Anfang 20. Jahrhundert abgegangen, da die Bayerische Staatsforstverwaltung nach und nach die Hofstellen erworben, abgerissen und die Flächen aufgeforstet hat. Letzte Reste sind leider nur noch sehr schwer zu erkennen.

Adelegg

Adelegg liegt im westlichen Gemeindegebiet topografisch auf 970 m ü.NN. und auf dem Höhenrücken, welcher sich vom Blender bis nach Gschnait bei Muthmannshofen erstreckt.

Im Jahr 1433 verlieh Ludwig von Rotenstein einem Kemptener Bürger einen Zehenten zu Adelegg in der Pfarrei Wiggensbach, so dass dies die erste urkundliche Erwähnung des Weilers ist. 1525 und 1593 sind dort drei Familien nachgewiesen. In den Landtafeln des Fürststifts Kempten waren 1738 auf Haus Nr. 208 (Adelegg 3) ein gewerbliche Leinenweberei und aus Haus Nr. 209 (Adelegg 2) eine Wagnerei als „Gerechtigkeit“ (= Erlaubnis) einge­tragen. 1839 sind dann 14 Seelen vermerkt.

Beim Anwesen Adelegg 3 stand ehemals eine Kapelle, sie ist im Jahr 1953 abgebrochen worden.

Im Januar 2016 sind in Adelegg 8 Personen in 4 Gebäuden gemeldet.

Aichbaindt

Aichbaindt liegt im Norden des Gemeindegebiets westlich der Senke des Rohrachtals.

1351 verkaufte Heinrich von Hattenberg dem Konvent zu Kempten die lehenbare Vogtei zum „Wahbein“ in der Pfarrei Wiggensbach. Im Jahr 1453 sind Zinszahlungen aus dem Gut „Wachbeins“ von Benz Myenson verzeichnet. 1557 und 1593 schreibt man „Achbaiz“ nun 2 Güter (= landwirtschaftliche Hofstellen) zu, 1651 wird „Achbains“ vermerkt, im Jahr 1805 auch „Aichbeind“

Ebenfalls 1351 und 1651 wird eine Hofstelle als „Beundlings“ (zwischen Aichbaindt und Strohmayers) bezeichnet, welche aber im Lauf der Jahrhunderte in Aichbaindt aufgeht.

Beim Anwesen Aichbaindt 5 steht die Kapelle „Zu den sieben Zufluchten“, welche bereits 1714 genannt ist. In der gleichen Hofstelle bestand eine Käserei, welche von der Gründung der Genossenschaftskäserei im Jahr 1902 abgelöst wurde und welche bis 1959 im Anwesen Aichbaindt 3 bestand.

1839 sind 11 Seelen vermerkt. Im Januar 2016 sind im Weiler Aichbaindt 21 Personen in 6 Wohngebäuden gemeldet.

Artho

Artho liegt auf rund 890 m ü.NN. im Tal der Kolbenbachs unterhalb des Natterholzes.

In Klosterunterlagen aus dem Jahr 1529 wird „Narthen“, dann im Jahr 1530 „Arten“ mit 1 Gut genannt. Im Jahr 1593 wird das Gut geteilt und nun zum ersten Mal der Weiler „Artho“ in der heutigen Schreibweise genannt. Dies sind die heutigen landwirtschaftlichen Anwesen Hausnummern 1 und 2. Der Name des Weilers könnte im weitesten Sinne von Natterholz hergeleitet sein.

Im Jahr 1960 gründeten 11 Bauern der Umgebung eine Genossenschaftssennerei im neu gebauten Anwesen Artho 3. Diese bestand bis ins Jahr 1954, anschließend musste die Milch bis nach Wiggensbach geliefert werden.

1839 sind 13 Seelen registriert, im Januar 2016 sind in Artho 10 Personen in 3 Wohngebäuden gemeldet.

Bachtels

Bachtels liegt auf zwischen 850 m und 860 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet und ist der zentrale Ort der sog. „hinteren Pfarr“.

Im Besitz von Ludwig von Rotenstein wurde bereits in den Jahren 1444 und 1479 ein Gut im „Bachtal“ genannt. 1504 besitzen die Herren von Heimenhofen Hohentann Lehen im „Bachtal“. Josef Albrecht vom Bachtel baut 1793 ein stiftskemptisches Lehengut, dies ist die heutige landwirtschaftliche Anwesen Bachtels 4. Aus den Orten „Bachtal“ und „Schwarzen“ (heute Schwarzachen) sind damals 4 Güter genannt.

In Bachtels gab es schon sehr früh eine Schule. Ab dem Jahr 1778 wurde im Haus des Lorenz Holdenried (heute Bachtels 6) vom Hausbesitzer eine Schulstube eingerichtet. Er bekam dafür 45 Gulden und musste den Raum im baulichen Zustand erhalten. In einem Schreiben vom 17. Feb. 1808 wird genannt, dass „Bachtel“ sogar schon vor mehr als 100 Jahren eine Schule besaß. Im Jahr 1830 wird mit dem Nachfolgeeigentümer ein neuer Vertrag geschlossen, wonach dieser für 400 Gulden eine geeignete „Schullokalität“ erstellen muss. So wurde im Jahr 1830 am genannten Anwesen Bachtels 6 ein einstöckiger Anbau mit einem Raum für 60 Schulkinder erstellt und dazu eine kleine Lehrerwohnung bestehend aus einem Zimmer. Im Jahr 1873 wurde der Anbau für eine größere Lehrerwohnung aufgestockt.

Das ehemalige Schulhaus Bachtels 7 wurde dann im Jahr 1891 gebaut, die Baukosten musste damals die Schulgemeinde im Schulsprengel selber tragen. Die Schule bestand in diesem Gebäude bis ins das Jahr 1968, als im Rahmen der bayerischen Schulreform viele „Zwergenschulen“ aufgelöst wurden.

Die Kapelle in Bachtels wurde 1938 als Schulkapelle neu gebaut. Ein Foto des Neubaus hierzu finden sie im Bildband „Wiggensbach im Wandel“. Die Ausstattung kommt im Wesentlichen von der 1907 abgebrochenen Kapelle in Schwarzachen.

Im Jahr 1904 gründeten 13 Bauern eine Genossenschaftssennerei, welche aus einer früheren Hauskäserei im Anwesen Bachtels 3 hervorging. Am Anwesen Bachtels 8 wurde die Käserei bis 1969 betrieben. Das Anwesen Bachtels 3, welches bis ins Jahr 1899 auch eine Krämerei betrieb, ist seit jeher eine Gastwirtschaft, heute die Gaststätte Hirsch.

1839 sind 19 Seelen registriert, im Januar 2016 sind in Bachtels 29 Personen in 12 Wohngebäuden gemeldet.

Bailers

Bailers liegt auf 820 m ü.NN. im nordöstlichen Gemeindegebiet entlang der Rohrach.

Aus dem Familiennamen der erstgenannten Siedler hat sich der heutige Ortsname entwickelt. Um 1451 hat ein „Böler“ ein stiftkemptisches Lehensgut zum Bach. Weitere Nennungen: 1461 Heinz Böler zum Bach, 1526 zum Beler, 1593 Behler zum Bachs. In den Jahren 1652 und 1656 heißt es „Zum Bilers“. Seit 1793 heißt der Ort nun Bailers.

1839 sind 14 Seelen registriert, im Januar 2016 sind in Bailers 9 Personen in 3 Wohngebäuden gemeldet.

Blenden

Blenden liegt auf 930 m bis 960 m ü.NN. im südlichen Gemeindegebiet.

1593 sitzen zu „Blendo“ zwei freie Familien namens Arnold und Plender. Im Jahr 1640 erscheint erstmals dann der Ortsname Blenden. Der Ortsname ist wohl entstanden durch den Siedler Plender. Der Name leitet sich ab von „blendern = den Wald lichten“. Nach dem Weiler Blenden ist der mit 1.073 m hoch aufragende Berg Blender benannt.

Der Blender ist zwar nicht die höchste Erhebung in der näheren Umgebung, diese ist der westnordwestlich gelegene Dürre Bichl (auch Dürrer Bühl genannt bzw. Flurname Dürrenbühl) mit 1.077 m, aber die markanteste. Auf dem sog. Rauhenstein, dem südwestlichen Ausläufer des Blenders, steht bekanntlich auf 1.057 m Höhe auf dem Gemeindegebiet unserer Nachbargemeinde Buchenberg der 115 m hohe Fernmeldeturm Blender. Das Kreuz auf der Gipfelwiese steht ebenfalls, wenn auch nur sehr knapp neben der Gemeindegrenze, auf der Gemarkung Buchenberg. Beide Punkte werden jedoch umgangssprachlich stets Wiggensbach zugeordnet. 1839 sind 11 Seelen registriert.

Bracken

Bracken liegt auf 845 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet unmittelbar an der Grenze zur Nachbargemeinde Altusried.

Im Jahr 1451 haben die Bracken ein stiftskemptisches Lehensgut zu Horns  in der Pfarrei Wiggensbach. 1501 wird genannt Michel Brack zu Horns als stiftskemptischer Muntmann. 1593 waren es bereits wie heute 2 Güter (= landwirtschaftliche Gebäude). 1617 bzw. 1653 und 1672 wird zum Horns oder Bracken, 1713 dann Bracken oder Horns genannt. 1839 sind 13 Seelen registriert.

Der Teil von Horns in der Altusrieder Pfarrei war zugehörig in die Herrschaft Rotenstein-Pappenheim, also nach Grönenbach, der andere Wiggensbacher Teil war stiftskemptisch. In unserem Wiggensbacher Teil hat also der Familiename Brack dem Ort den Namen Bracken gegeben.

Braunen

Braunen liegt auf 790 m ü.NN. im östlichen Gemeindegebiet etwas erhöht über dem Kollerbach, der Grenze zur Gemarkung St. Lorenz der Nachbarstadt Kempten (Allgäu).

Braunen ist aus dem ehemaligen Ort „Wolfsölden“ hervorgegangen, welcher heute der Weiler Rothmayers ist. Bereits 1449 wird genannt ein Heinz Rotmair zu Wolfselden, von 1452 bis 1799 ist es Wolfselden. 1793 bzw. 1799 und 1808 heißen zwei in Braunen aufgegangene Güter Wolfssölde, die Personennamen sind Wolf-Sterkel und Strobel. Dieser Teil erscheint seit 1808 als Weiler Braunen.

1839 sind 15 Seelen registriert. Im Februar 2016 sind in drei Wohngebäude 29 Personen gemeldet.

Burg

Burg liegt auf 850 m und 890 ü.NN. direkt nördlich des Hauptortes Wiggensbach unterhalb der ehemaligen Burg Suseck (auch Susegg oder Wiggensbacher Burg).

Die Geschichte der Burg ist erstmals 1280 erwähnt, da die Freiherren von Rettenberg und Trauchburg die Burg an die Kemptener Bürgerfamilie Motz verkauft hat. Im Jahr 1508 verkauften die Herren von Heimenhofen-Hohentann die Burg dann an das Fürststift Kempten. Der bereits 1451 erwähnte Vorhof der Burg Suseck ist zum Bauhof der Burg geworden, diese Gut dürfte heute das Anwesen Burg 4 (Gästehaus Schwarz) sein.

Das Anwesen Burg 1 wurde bei der Vereinödung in Wiggensbach in den Jahren 1699 bis 1716 aus dem Ort ausgesiedelt. Das weitere Anwesen Burg 2 dürfte wohl mit zum Bauhof der Burg Suseck gehört haben.

1839 sind 7 Seelen registriert, im März 2016 wohnen in 5 Gebäuden 22 Personen.

Burgstall

Der Weiler Burgstall liegt auf 985 m ü.NN. im westlichen Gemeindegebiet und ist einer der Weiler, welcher nur aus einem Gebäude besteht.

Genannt wird 1544 ein stiftskemptisches Lehensgut am Burgstall zu Waldegg, nochmals in den Jahren 1662 und 1794 als Burgstall oder Waldegg. Es gibt die Vermutung, dass es dort auf der Bergkuppe im 30-jährigen Krieg eine Fliehburg für Bauern als zeitweiliger Rückzugsort gegeben hat.

Als Burgstall wird in der Burgenkunde eine Burg bezeichnet, von der noch weniger erhalten ist als eine Ruine. Ein urkundlicher Nachweis zu einer Burg auf der Bergkuppe ist leider nicht vorhanden.

1839 sind 3 Seelen genannt.

Heute ist auf der Bergkuppe Burgstall der höchste Golfabschlag Deutschland auf 1.011 m Höhe. Ebenso ist auf dem Burgstall eines von 3 vorhandenen Gipfelkreuzen im Gemeindegebiet.

Dörnen

Dörnen liegt zwischen 875 m und 895 m ü.NN. im nordwestlichen Gemeindegebiet.

In Klosterurkunden heißt es bereits 1526 zu Dernen und Dornen. 1617 die Nennung Dernen, 1640 Dörnin und 1793 Dörno. Ein urkundlicher Nachweis zur Entstehung des Ortsnamens kann leider nicht erbracht werden.

1839 sind 16 Seelen registriert, im März 2016 in 4 Wohngebäuden 19 Personen.

Eckartsberg

Der Weiler Eckartsberg liegt zwischen 885 m und 900 m ü.NN. im nordwestlichen Gemeindegebiet auf einem Höhenrücken über dem Rohrachtal mit wunderschöner Aussicht. Der Ortsname ist entstanden vom urkundlich erstgenannten Siedler „Eckersperger“ (= Berg des Eckart).

In einer Klosterurkunde wird bereits 1431„Eckhartzberg“ genannt. Danach 1476 „Eckerts“ oder „Eckers“. Im Jahr 1512 wird Hans Eckersperger zu „Egkath“ genannt. 1612, 1642 und 1839 waren die Schreibweisen „Eggartsberg“. Ein Lehensgut des Gebiets Rothenstein wird 1476 vermerkt, ab 1512 im Gebiet Pappenheim und 1551 wird das Gut geteilt, so dass 1575 schon 3 Teilnehmer genannt sind.

1839 sind 9 Seelen registriert, um März 2016 in 4 Wohngebäuden 17 Personen.

Egg

Der Weiler Egg liegt auf 840 m ü.NN. unmittelbar nördlich des Hauptortes zwischen Wiggensbach  und Zur Mühle.

Bereits im Jahr 1451 wird ein stiftskemptisches Lehengut „Zu der Egg“ genannt. 1545 wird Unteregg genannt, 1589 dann noch ein Oberegg. 1593 wird genannt „1 Gut in Oberegg und 2 Güter in Unteregg“. Im Zeitraum 1734 bis 1808 ist in Oberegg sogar der Sitz einer Hauptmannschaft, d.h. eine Amt oder ein Befugnisbereich, welcher einem Hauptmann unterstand.

Um 1800 ist in Egg noch eine Ziegelei nachgewiesen, welche bis 1892 in Betrieb war. Danach wurde die Brauerei „Burgbräu“ gegründet. Heute steht an dieser Stelle das frühere Gasthaus und die heutige Pension gleichen Namens.

1839 sind 20 Seelen registriert, im April 2016 in 13 Wohngebäuden 80 Personen.

Eggholz

Der Weiler Eggholz liegt zwischen 825 m ü.NN. im nordlichen Gemeindegebiet auf einem Höhenrücken über dem Illertal. Der Ortsname leitet sich von der Lage an der Ecke bei einem Waldstück ab.

1547 wird genannt „Peter Hünlins Wiese zum Eggholz“. 1793 sind zwei stiftskemp­tische Lehensgüter genannt. Im Jahr 1907 gründeten 11 Bauern in der bisherigen Hauskäserei im Anwesen Haus-Nr. 294 (jetzt Eggholz 3) eine Sennereigenossenschaft, welche 1962 wieder stillgelegt wurde.

Vor dem Bau der Schule in Wiggensbach im Jahr 1912 gab es wohl Überlegungen, neben der Schule in Bachtels ein weiteres Schulhaus in Eggholz für den nördlichen Gemeindeteil zu errichten. Bekanntlich wurde stattdessen ein großes Gebäudes in der Kempter Straße 2 (jetzt WIZ) errichtet.

1839 sind 9 Seelen registriert, im April 2016 in 4 Wohngebäuden 9 Personen.

Emmenried

Emmenried liegt zwischen 790 m und 825 ü.NN. im nordöstlichen Gemeindegebiet unterhalb des Hauptorts Wiggensbach. Der Name leitet ist vom Personennamen „Eliwin“ und von Ried in der Bedeutung einer Rodung abgeleitet. Der Name „Eliwin“ taucht in der Gegend oft auf, ist aber in Emmenried leider nicht nachweisbar.

Bereits im Jahr 1451 wird ein stiftskemptisches Lehengut zu „Elweried“ genannt. 1508 heißt es dann „Elmenried“ und 1518 „Elmoried“. Die Haus-Nrn. 312 (jetzt Emmenried 4) und Haus-Nr. 313 (jetzt Emmenried 3) sind bei der Vereinödung im Jahr 1699 aus dem Dorf Wiggensbach ausgesiedelt. Die jetzige Schreibweise ist vor dem 18. Jahrhundert nicht nachweisbar.

Im Jahr 1900 gründeten 11 Bauern eine Genossenschaftssennerei im neu erbauten Anwesen Emmenried 5, welche bis 1971 betrieben wurde. Zuvor gab es eine Hauskäserei im Anwesen 311 (jetzt Emmenried 6).

1839 sind im Dörfchen Emmenried 96 Seelen registriert, im April 2016 in 12 Wohngebäuden 55 Personen.

Ettensberg

Ettensberg liegt zwischen 840 m und 855 ü.NN. im nordöstlichen Gemeindegebiet direkt an den Hauptort Wiggensbach angrenzend und mit einer wunderschönen Aussicht über das Illertal ausgestattet. Der Namen könnte nach einem Erstsiedler mit dem Personennamen „Otini“ benannt sein („Berg zu Otini“). Dieser Personenname kommt vor, ist aber in Ettensberg leider nicht urkundlich nachweisbar.

Bereits im Jahr 1406 wird ein Hof zu „Ötisperg“ im stiftskemptischen Lehen deren zu Heimenhofen-Hohenthann genannt. 1469 und 1640 schreibt man „Öttensperg“, in einer Klosterurkunde von 1479 sogar „Ettisperg“. Die heutige Schreibweise Ettensberg erscheint erstmals 1550 in einer Urkunde der Grafschaft Königsegg-Rotenfels.

In den Jahren 1469 und 1537 war die hohe und niedere Gerichtsbarkeit für Ettensberg zeitweise bei der damaligen österreichischen Herrschaft Hohenegg.

In den Landtafeln des Fürststifts Kempten war für das Anwesen HausNr. 290 a (jetzt Ettensberg 5) eine gewerbliche Leinenweberei eingetragen.

1839 sind im Weiler „Ettensperg“ 46 Seelen registriert, im April 2016 sind in 6 Wohngebäuden 29 Personen gemeldet.

Felds

Felds liegt zwischen 870 m und 880 ü.NN. direkt in Verlängerung der Sonnenstraße angrenzend an den Hauptort und ist ebenfalls mit einer wunderschönen Aussicht über das Illertal ausgestattet. Bereits 1435 wird ein Konrad Crützer zum Felde genannt. Im Jahr 1451 wird „Zum Velds“ ein stiftskemptisches Anwesen.

Eine Familie Crützer wird bis 1543 genannt (nach Dr. Weitnauer). Ein zweites Anwesen kommt erst Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Abspaltung der Landwirtschaft vom Gasthaus „Goldenes Kreuz“ dazu.

1839 sind in der Hofstelle Felds 5 Seelen registriert, 1860 ebenfalls. Im April 2016 in 3 Wohngebäuden 6 Personen.

 

Feurers

Feurers liegt zwischen auf 850 ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet oberhalb der Straßensiedlung Zur Mühle. Im Jahr 1520 wird eine Anna Fuireri zu Fuirers als Zinserin dem Stift Kempten genannt. Dieser Personennahm kommt dort vor bis zum Jahr 1593. Der Ortsname hat sich aus dem Personennamen des ersten urkundlich genannten Siedlers Fuireri entwickelt.

Der jetzige Weilername Feurers gilt seit dem Jahr 1544, jedoch ist nur 1 Gut genannt. Seit 1593 sind 3 Güter genannt, der Zuwachs kam von der Vereinödung.

1839 sind in den 3 Anwesen 17 Seelen registriert, 1860 dann 18 Seelen. Im April 2016 in 3 Wohngebäuden 11 Personen.

Greiters

Greiters liegt zwischen auf 885 ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet. Die erste Nennung war 1693 unter dem Namen „Bürkenmoos“ – einem Feuchtgebiet südöstlich des Weilers - und zum „Greüters“. Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht bekannt, aber höchstwahrscheinlich die Ableitung eines Familiennamens wie „Greuter“ oder „Greiter“.

Die Vereinödung in Greiters wurde im Jahr 1698 durchgeführt, es nahmen 2 Teilnehmer daran teil.

1839 sind in den 3 Anwesen 9 Seelen registriert, 1860 dann 8 Seelen. Heute in 3 Wohngebäuden 11 Personen.

Grub

Grub liegt zwischen auf 840 und 850 ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet. Bereits 1439 wird ein Heinz Bezigow zur Grub genannt. Im Jahr 1508 dann ein Hans Betzengow in der Grub in einer weiteren Klosterurkunde. Im gleichen Jahr verkauf Hans von Heimenhofen-Hohentann dem Kloster Kempten Besitz in der Grub. 1558 vergleichen sind Hnas Plender in der Grub mit Peter Strohmayer über den Weg in der Grubhalden. 1593 sind 3 Güter in der Grub nachgewiesen.

In Grub stand ein Kalkbrennofen auf dem Grundstück Fl.Nr. 2676a. Die Anlage steht natürlich nicht mehr, sie wurde im Jahr 1905 abgebrochen. Vermutlich gab es hier eine Grube um Kalkgestein abzubauen. Auch die halbrunde Mulde in der Geländestruktur könnte auf eine frühere Grube hinweisen. Daher der Ortsname Grub.

1839 sind 22 Seelen registriert, 1860 dann bereits 30 Seelen. Im Mai 2016 in 4 Wohngebäuden 15 Personen.

Haggen

Haggen liegt zwischen 895 und 900 m ü.NN. mitten im Gemeindegebiet westlich des Hauptortes Wiggensbach. In der frühen Siedlungszeit kommt in der Gegend der Personenname „Haug“ oder „Hug“ oft vor, dies wäre eine mögliche Erklärung für die Entstehung der Ortsnamens Haggen (früher auch „Hauggen“). Leider ist dies jedoch urkundlich nicht belegt.

Eine Urkunde im Stadtarchiv von Kempten (Allgäu) nennt bereits im Jahr 1443 „Benz Müller zu den Hauggen“. 1451 wird ein stiftskemptisches Lehengut zu Haggen genannt, das die Müller innehaben. Im Jahr 1464 wie ebenso im Jahr 1510 wird „Hauggenmüller zu Hauggen“ in einer Klosterurkunde genannt. 1526 schreibt man „Haugkenmüller zu Hagow“ und dann im Jahr 1545 „Haggenmüller zu Hagge“.

Im Jahr 1593 gab es dort bereits 7 Bürger mit Steuerpflichten, darunter 5 mit dem Familiennamen Haggenmüller. Dasselbe auch 1603 und 1640, es sollen bereits bis 5 Güter gewesen sein.

Im heutigen Weiler Haggen gab es aber keine Mühle. Die mehrmals urkundlich erwähnte Mühle stand am Bach unterhalb bzw. nördlich in Richtung Westenried. Ein Gedenkstein mit Inschrift weist auf den Standort hin. Dort soll der Allgäuer Familienname Haggenmüller entstanden sein, welcher bekanntlich gerade in Wiggensbach weit verbreitet ist.

1839 sind in „Hacken“ 21 Seelen registriert, 1860 dann in 6 Wohngebäuden und 6 Familien 17 Seelen. Im Mai 2016 in 4 Wohngebäuden 14 Personen.

Hahnenberg

Hahnenberg liegt  auf rund 760 ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet und hießt einst „Bendelins“. Im Jahr 1538 wird Elisabeth Blenderin, Witwe zu „Beundelins“ in der Wiggensbacher Pfarrei mit dem Seyfen zu Obergrünenberg wegen der Bölerwiese verglichen, d.h. finanziell entschädigt. 1593 gab es nach Dr. Dr. Weitnauer in „Beundelins“ insgesamt 6 Güter. Der Familienname Blender war von 1538 bis 1617 nachweisbar, sowie der Name Mayr von 1552 bis 1617 und der Personenname Haini von 1552 bis 1617.

Der alte Ortsname „Bendelins“ wurde nach der Zeit um 1640 durch den Ortsnamen „Hahnenberg“ verdrängt, da ab dem Jahr 1692 zum ersten Mal der Name „Hanenberg“ auftaucht. Vom letzten Besitzer „Haini“ könnte auch den Name Hahnenberg abgeleitet sein „Der Berg des Hani“.

1839 sind 32 Seelen registriert, 1860 dann bereits 35 Seelen. Im Mai 2016 in 4 Wohngebäuden 14 Personen.

Heckels

Heckels liegt zwischen 910 und 920 m ü.NN. im nordwestlichen Gemeindegebiet und wird erstmals im Jahr 1440 mit einem „Zehnt zum Heckels Lehen von den Herrn von Pappenheim“ erwähnt.

Die Schreibweise ändert sich danach für die damals 3 Güter öfters. Im Jahr 1447 „Häckels“, im Jahr 1593 „Heggels“ und zeitweise auch „Greuters“, da im Weiler von 1526 bis 1616 Bewohner mit dem Familiennamen Greuter anässig waren. Im Jahr 1617 dann wieder „Greiters“ und „Heckels“ genannt. Die Entstehung des Ortsnamens ist leider nicht bekannt.

1839 sind 18 Seelen registriert, 1860 dann in 2 Wohngebäuden und 2 Familien 12 Seelen. Im Juni 2016 in 2 Hofstellen bzw. 4 Wohngebäuden 9 Personen.

Herrenwies

Herrenwies liegt auf 800 m ü.NN. im ganz südlichen Gemeindegebiet und ist einer der wenigen Weiler, welche nur aus einer Hofstelle bzw. einem Gebäude bestehen.

Bereits 1394 zinst „ein Viertel zem Spätenberg“ dem Kloster Kempten. Im Jahr 1451 ist die Wiese zwischen Buchenberg und Ermengerst genannt als die „Herrenwies“ als stiftkemptisches Lehen. Im Jahr 1550 ein Holz im Spätenberg ebenfalls als stiftskemptisches Lehen.

1617 ist ein Stephan Bregenzer in der Herrenwies nachgewiesen, 1738 dann ein „Spätenberg bey der Herrenwies“. Ursprung des Ortsnamens ist wohl die Wiese der Herren zum Stift Kempten. Die Pfarrzugehörigkeit schwankte bis ins 18. Jahrhundert, früher zu St. Lorenz nach Kempten und heute zu St. Pankratius nach Wiggensbach.

Der Weiler ist auch Namensgeber des Herrenwieser Weiher, welcher durch die Kemptener Fürstäbte im Rahmen der Wasserversorgung für die Stiftsstadt bzw. Residenz durch den Schlagenbach künstlich angelegt wurde und Teil einer größeren Gesamtanlage (z.B. Eschacher Weiher und Kollerbach) ist.

1839 sind 4 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 6 Seelen aufgeführt.

Hinlings

Der Weiler Hinlings liegt zwischen 895 und 905 m ü.NN. ganz in der Mitte des Gemeindegebiet. Die urkundliche Ersterwähnung ist ein „Utz Hünlin ze dem Hünlins“ in 1396. Im Jahr 1504 wird „zum Hönlins“ und 1548 „Hienlis“ genannt.

In Hinlings sind 1593 mindestens 3 Güter nachgewiesen, ab 1860 nur noch 2 Güter. Der Ortsname ist mit dem urkundlich erstgenannten Siedler „Hünlin“ entstanden.

Im Jahr 1907 gründeten 7 Mitglieder aus Hinlings, Hitzlo und Kolben eine Sennerei, welche bis ins Jahr 1954 Bestand hatte. Aufgrund der relativ geringen Milchmenge wurde dort Weichkäse (Limburger und Romadur) hergestellt. Anschließend wurde die Milch in die Sennerei nach Wiggensbach geliefert.

1839 sind 18 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 16 Seelen aufgeführt. Im Juni 2016 leben in 4 Haushalten 10 Personen.

Hino

Der Weiler Hino liegt auf 890 m ü.NN. südwestlich oberhalb des Hauptortes Wiggensbach. Die urkundliche Ersterwähnung ist 1451 als stiftkemptisches Lehengut „ze Hinun“. Im Jahr 1526 wird dann „Hinun“ oder „Himu“ genannt. Seit dem Jahr 1640 wird der Weiler „Hino“ geschrieben. Im Jahr 1593 sind mindestens 2 Güter nachgewiesen, ebenso im Jahr 1860. Im Anwesen Hino 1 gab es nachweislich bis ins Jahr 1897 eine Hauskäserei.

Zur Entstehung des Ortsnamens ist leider kein urkundlicher Nachweis bekannt.

Im Jahr 1897 gründeten 16 Bauern eine Genossenschaftssennerei und bauten im gleichen Jahr eine Sennerei zur Herstellung des Allgäuer Emmentalers. Der Betrieb wurde bis 1967 fortgeführt, die Bauern schlossen sich dann der Sennerei Pfaffenried an.

1839 sind 24 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 19 Seelen aufgeführt. Im Juli 2016 leben in 5 Wohngebäuden 23 Personen.

Hitzlo

Der Weiler Hitzlo liegt zwischen 880 m und 900 m ü.NN. nordwestlich oberhalb des Hauptortes Wiggensbach. Die urkundliche Ersterwähnung ist im Pfarreiarchiv Waltenhofen im Jahr 1336, da die Herren von Rauns einen Zehenten aus dem „Gut ze Hitzlin“ schenkten. Im Jahr 1494 wird ein Zins aus einem freien Gut zu „Hitzlin“ in einer Klosterurkunde erwähnt. Im Jahr 1508 ist ein Gut zur Hälfte Lehen der Herrschaft von Rotenstein, die andere Hälfte der Herrschaft zu Hohentann. Seit 1640 schreibt man Hitzlo.

Der Name eines frühen Siedlers „Hitzilo“ oder „Hizilin“ kommt in der Gegend vor, ist aber für Hitzlo urkundlich nicht nachgewiesen.

Die Vereinödung wird in Hitzlo im Jahr 1695 durchgeführt. 1738 sind 5 Anwesen nachgewiesen. In den Landtafeln des Stift Kempten ist in einem Anwesen (alte Haus-Nr. 230) eine Webereigerechtigkeit eingetragen.

1839 sind 42 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 17 Seelen aufgeführt. Im Juli 2016 leben in 5 Wohngebäuden 15 Personen.

Hofs

Der Weiler Hofs liegt zwischen 810 m und 840 m ü.NN. östlich unterhalb des Hauptortes Wiggensbach, nahe dem heutigen Gewerbegebiet „Am Mühlbach“. Der Name taucht in einer Urkunde erstmals 1510 auf als „Hof“. Das Kloster Kempten kauft 1528 einen Zins zum „Hoffs“. Im Jahr 1593 sind es 4 Güter, 1738 dann bereits 8 Anwesen. Es ist zu vermuten, dass sich der Weiler in der Besiedelungszeit von einem Hof (wie 1510 genannt) durch weitere Teilungen entwickelt hat.

In den Landtafeln des Fürststifts Kempten ist im Anwesen Hofs 8 (alte HausNr. 49) eine gewerbliche Weberei eingetragen.

1839 sind 52 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 40 Seelen aufgeführt. Im Juli 2016 leben in 9 Wohngebäuden 42 Personen.

Holdenried

Der Weiler Holdenried liegt auf 900 m ü.NN. westlich oberhalb des Hauptortes Wiggensbach. Die urkundliche Ersterwähnung ist im Jahr 1394 als Gut im „Holdenried“ zur Vogtsteuer an das Kloster Kempten. Im Jahr 1451 dann „Holderried“, dann 1593 „Holderrieden“ mit 6 bis 8 Güter. Die Güter waren teils frei, teils stiftskemptische Lehengüter.

Die Entstehung des Ortsnamens ist wohl auf einen Siedler mit dem Personennamen  „Hold“ (Rodung des Hold) zurückzuführen. Der Familienname Hold kam in unserer Gegen öfters vor.

Um 1870 war im Anwesen Holdenried 4 eine Hauskäserei, welche später in die Sennerei Hino aufging.

1839 sind 51 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 26 Seelen aufgeführt. Im Juli 2016 leben in 7 Wohngebäuden 22 Personen.

Holzwart

Der Weiler Holzwart liegt auf 892 m ü.NN. im nordwestlichen Gemeindegebiet und ist einer der Weiler, welcher nur aus einem einzigen Gebäude besteht.

Im Jahr 1420 verleiht Ludwig von Rotenstein einem Kemptener Bürger „Zins zum Holzwart“ mit Rechten in und um Altusried. In den Jahren 1515 und 1617 schreibt man „Holzwarten“. 1571 gibt es einen „Hainz Holzwart zu Holzwartz“. Im Jahr 1771 schreibt man wieder „Holzwarten“. Seit 1793 erscheint der Ortsname nur noch als „Holzwart“. Der Ortsname könnte durch die Berufsbezeichnung „Holzwart“ entstanden sein.

Der Weilername steht aber auch in engem Zusammenhang mit dem Waldgebiet „Schindeltanne“, welches südlich von Holzwart liegt. Bereits im Jahr 1351 wird die dem Kloster Kempten lehenbare Vogtei „Schindeltanne“ erwähnt. 1427 wird das Gut „Schindeltanne“ vom Kloster Kempten einem Bürger zu Kempten und dessen Bruder zu Walzlings verkauft. Im Jahr 1517 wird das lehenfreie Holz von einem Bauern zu Holzwart an einen Bauern zu Waldegg verkauft. In dem ausgedehnten Waldgebiet gab es bis ins 15. Jahrhundert demnach eine Besiedlung.

1839 sind in Holzwart 4 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind im Physikatsbericht Kempten-Land für „Holzwarten“ ebenfalls 4 Seelen aufgeführt.

Hörtwies

Der Weiler Hörtwies liegt zwischen 800 und 805 m ü.NN. im nordöstlichen Gemeindegebiet nahe der Kreisstraße nach Kempten (Allgäu). In den historischen Unterlagen ist leider nur sehr wenig verzeichnet.

Der Name taucht in einer Urkunde aus dem Jahr 1734 auf als „Hertwis“ bzw. „uf dr Hertwis“. In den Landtafeln des Fürststifts Kempten aus dem Jahr 1738 ist 1 Anwesen vermerkt. Im Physikatsbericht Kempten-Land aus dem Jahr 1839 ist leider kein Eintrag zu verzeichnen.

Im August 2016 leben in 6 Wohngebäuden 23 Personen.

Hubers

Der Weiler Hubers liegt auf 855 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet nahe der Gemeindegrenze nach Altusried und ist einer der Weiler, welcher nur aus einem einzigen Gebäude besteht.

Bereits im Jahr 1525 ist genannt ein „Konz Huber zu Hubers“, im Jahr 1557 schreibt man dann „Huobers“. Im Physikatsbericht Kempten-Land vom Jahr 1860 ist die Schreibweise dann „Huebers“ Die Einöde wurde vor dem 16. Jahrhundert meist zum Nachbarweiler Aichbaindt genannt.

Der Ortsname Hubers hat sich von dem 1525 genannten Siedler Konz Huber abgeleitet.

Im Jahr 1839 sind in Hubers 12 Seelen vermerkt, im Jahr 1860 ebenfalls 12 Seelen.

Kochs

Der Weiler Kochs liegt zwischen 835 m und 850 m ü.NN. im östlichen Gemeindegebiet relativ nahe am Hauptort Wiggensbach.

Der Ort hieß ursprünglich „Trutfedrun“ oder „Trudfeder“. Im Jahr 1394 bezieht das Kloster Kempten Michaelzins von „Trudfedrun“. Im Jahr 1414 baut „Benz Koch ze Trutfeder“, Bürger zu Kempten, „drei Güter zu Trutfedrun“ als stiftskemptische Lehen. Im Jahr 1453 sind genannt „Benz Koch der jüngere und der ältere zu Trudfedrun“.

Der Familienname Koch ist nachgewiesen von 1414 bis 1507 und verdrängte mit der Zeit den alten Ortsnamen. Seit 1679 taucht nur noch als Weilername Kochs auf.

Das heutige Wiggensbach Freibad liegt im Bereich von Kochs und war ursprünglich der sog. „Kochweiher“, angelegt und benützt zur Bewässerung der Felder rund um Kochs. Dies ist in einem alten Kataster im Archiv der Gemeinde vermerkt.

Im Jahr 1839 sind in Kochs 13 Seelen vermerkt, im Jahr 1860 ebenfalls 18 Seelen. Im August 2016 leben in 6 Gebäuden 22 Personen.

Kolben

Der Weiler Kolben liegt auf 885 m ü.NN. mitten im Gemeindegebiet.

Der Weiler hieß früher „Grotzen“. Im Jahr 1511 ist genannt ein „Hans Kolb zu Grotzen“.1511 und 1640 sind dort drei Familien Kolb nachgewiesen. In den Jahren 1551 und 1659 schreibt man „Grotzen“ oder „Kolben“. Der Personenname Kolb hat im Laufe der Zeit den alten Ortsnamen „Grotzen“ verdrängt.

Beim Anwesen Kolben 1 (alte Hausnummer 162) steht eine Kapelle, erbaut im Jahr 1657. Zur Ausstattung gehören eine Holzfigur der Mutter Gottes, des Heiligen Rochus und eine kleine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Josef aus der Zeit um 1800.

Im Jahr 1839 sind in Kolben 19 Seelen vermerkt, im Jahr 1860 dann 18 Seelen. Im August 2016 leben in 3 Gebäuden 12 Personen.

Kürnach Talgebiet

Um das ganze Gebiet um dieses Tal gibt es eine Vielzahl von historischen Aufzeichnungen, welche nun in mehreren Folgen veröffentlicht werden.

Das ganze Gebiet um dieses Tal war ursprünglich Urwald und ist im Jahr 876 in das Hoheitsgebiet des Klosters Kempten gekommen. Vorher gehörte es zum sog. „Niebelgau“, da die Eschach mit dem Zufluss Kürnach ursprünglich „Niebelbach“ hieß. Der „Niebelgau“ reichte östlich bis zur Iller. Das Bachname Kürnach ist wohl in der Zeit der Besiedlung des Tales entstanden (mittelhochdeutsch: „kurne“ = Mühle, Mühlbach).

Die ersten urkundlich bekannten Siedler Mitte des 15. Jahrhunderts bekamen ein Stück Urwald zum Roden. Es waren die „Häfelin“. Dies bedeutet, dass die Besiedlung dort begann, wo heute der Buchenberger Weiler „Häfeliswald“ ist. Die Besiedlung des Kürnachtals erfolgte langsam dem Bach entlang nach oben, d.h. nach Osten. Für das Fürststift Kempten waren die ausgedehnten Waldungen vorwiegend Jagdgebiet.

Die Erschließung von Osten her begann wohl ein paar Jahre später. Von der Scheitelhöhe des Tales bei 911 m Höhe wo heute der Buchenberger Ortsteils „Wegscheidel“ ist, wurde das Tal durch einen befahrbaren Weg zugänglich gemacht.

Die Fürstäbte zu Kempten interessierten sich nun doch etwas mehr für dieses Tal, denn es gab große Holzvorräte und auch die Möglichkeit die Wasserkraft zu nutzen.

Vor dem Jahr 1548 ist eine Dauersiedlung in Kürnach nicht nachweisbar. Aber ab dem Jahr 1642 ist ein stiftkemptisches Hofgut „in der Kürnach“ nachgewiesen.

Ein Stiftsprotokoll vom 1. Nov. 1669 besagt, dass in Kürnach eine voll produktionsfähige Glashütte in Betrieb ist. Um die Anlage war wohl auch ein kleines Glasmacherdorf entstanden. Im Jahr 1671 wohnten dann bereits 10 Glasmacherfamilien in der Kürnach.

Nach einem Glashüttenbericht von 1671 gehörten zum Personalstand: 5 Weißglas¬macher, 1 Grünglasmacher, 3 Aschenbrenner, 2 Schürer, 3 Lehrjungen, 1 Holzmeister mit Knechten, 1 Glaseinbinderin, 2 Glasträger, 2 Scheiben- und Grünglas¬träger und 1 Steinstampfer. Eine beachtliche Mannschaft!

Das Stift Kempten wurde bekanntlich in Folge des 30-jährigen Kriegs zerstört. Der Wiederaufbau in den Jahren 1652 bis 1674 erfolgte vermutlich mit dem Glas aus den stifteigenen Glashütte im Kürnachtal.

Der Standort der Glashütte in Unterkürnach war vermutlich am Eingang zum Hüttentobel, wie der Flurname schon verrät. Ab 1690 wird die Glasproduktion ins Ulmertal verlegt. Die Holzvorräte dürften in Unterkürnach erschöpft gewesen sein.

Auch in Oberkürnach soll eine Glashütte errichtet worden sein, die aber nur kurz oder gar nicht in Betrieb genommen wurde.

Das im 17. Jahrhundert noch schwach besiedelte Tal mit den beiderseits weit ausgedehnter Waldungen dient den Stiftsherren immer noch als Jagdgebiet. Dazu brauchte man ein Jagdhaus. Zu dem Zweck hatte man eine Blockhütte errichtet, welches der Ursprung der späteren Gaststätte „Zum Blockhäusle“ und somit die Gründung der Weilers Oberkürnach war. Dies dürfte später auch den Waldarbeitern gedient haben.

Im Jahr 1642 wird bereits für Unterkürnach ein Hofgut genannt. Fürstabt Rupert von Bodman machte 1709 aus dem Hofgut eine sog. Sommerresidenz der Fürstabtei Kempten. Später wird auch noch eine Hammerschmiede genannt. Standort dieser dürfte am Platz der heutigen Säge sein. Das Kloster brauchte damals sicherlich auch Werkzeuge und vielleicht auch Waffen.

Neben dem Hofgut ist in Unterkürnach noch eine Gastwirtschaft mit Bäckerei, Metzgerei, Brauerei- und Branntweinrecht sowie „Zapf- und Tafern-Gerechtigkeit“ genannt. Die letzten Gebäude der Gaststätte wurden im Jahr 1968 abgebrochen. Mühle und Säge für das Stift waren wiederum in Oberkürnach.

Besonders erwähnenswert ist, dass in der Zehentliste der Pfarrei Wiggensbach des Jahres 1720 nachgewiesen ist, dass beim Hofgut Kürnach schon Käse in Laibform hergestellt wurde. Das Hofgut musste an den Pfarrer von Wiggensbach jährlich anstelle von Geld einen Laib Käse abliefern.

(Fortsetzung folgt…)

Kutten

Der Weiler Kutten liegt zwischen 910 m und 940 m ü.NN. im westlichen Teil des Gemeindegebiets.

In den Jahren 1434 und 1449 ist Zins aus dem Gut „in der Kutten“ im Besitz von Kemptner Bürgern. Im Jahr 1451 wird das stiftkemptische Lehen in der „Luttun“ in mit den Familiennamen Schaber und Kutter genannt. Im Jahr 1512 schreibt man „in der Kutten“ und im Jahr 1593 „Kutto“. 1593 sind bereits 14 Steuereinheiten auf 6 Güter genannt.

Der Ortsname Kutten ist von einem Siedler Kutter entstanden.

Im Jahr 1839 sind in Kolben 19 Seelen vermerkt, im Jahr 1860 dann 18 Seelen. Im Oktober 2016 leben in 3 Gebäuden 12 Personen.

Leuten

Der Weiler Leuten liegt zwischen 850 m und 860 m ü.NN. im nördlichen Teil des Gemeindegebiets.

Im Jahr 1451 und 1453 hat ein Claus Hönlin ein stiftkemptisches Lehen „zue der Litun“ in der Pfarrei Wiggensbach. 1526 schreiben man „zu der Lutten“ und im Jahr 1593 „zuor Leite“. Damals waren 3 Güter registriert. Ab 1734 wird „Leuten“ aber auch Eggholz genannt.

Zur Entstehung des Ortsnamens gibt es urkundlich leider keinen Nachweis. Der Name könnte vom mittelhochdeutschen „Lite“, bedeutet Berghang, abgeleitet sein. Dies könnte auch auf „Leuten“ zutreffen.

Im Jahr 1839 sind in Leuten 17 Seelen vermerkt, im Jahr 1860 dann 10 Seelen. Im Oktober 2016 leben in 3 Gebäuden 17 Personen.

Liß

Der Weiler Liß liegt auf genau 856 m ü.NN. im nördlichen Teil des Gemeindegebiets nahe bei der Kreisstraße nach Altusried und ist einer der Weiler, welcher nur aus einem einzigen Gebäude besteht.

Im Jahr 1734 und 1738 heißt es „auf der Liß“ oder „Lüß“. 1793 ist ein stiftskemptisches Lehe „von der Liß“ aufgeführt. Vor 1734 sind leider keine Urkunden vorhanden.

Ein Luß bzw. Lüß war früher ein aus der Allgemeinde durch Losverfahren zugeteilter Grund, was vermutlich zu diesem Weilernamen führte.

Im Jahr 1860 4 Seelen vermerkt. Heute steht das Gebäude leider leer.

Maisenbaindt

Der Weiler Maisenbaindt liegt zwischen 775 m und 800 m ü.NN. im nördlichen Teil des Gemeindegebiets nahe bei der Gemeindeverbindungsstraße nach Krugzell.

Der Name erscheint über die Jahrhunderte in verschiedenen Schreibweisen: 1526 „Maserbind“, 1558 „Maiserbeund“, 1640 „Mayerbeindt“, 1771 und 1793 in Schreibweise „Masebaindt“. Im Jahr 1529 ist genannt ein Hans Sweitzer auf der „Maserbind“, dann 1545 in einer Urkunde im Staatsarchiv auch „Maiserbeund“.

Zu Maisenbaindt gehört die ehemalige Maisenmühle (alte Hausnummer 30), im Jahr 1808 sogar noch getrennt aufgeführt von Maisenbaindt. Sie war Mahlmühle bis in Jahr 1882. In der Zehentliste der Pfarrei Wiggensbach von 1720 sind Maisenmühle und Maisenbaindt (alte Hausnummer 309) ebenfalls noch als getrennte Weiler aufgeführt.

Im Jahr 1512 verkauft Gaudenz von Rechberg nach einer Klosterurkunde dem Kloster Kempten Leute (Leibeigene) und Güter, darunter Klaus Haggenmüllers Gut zum „Maysen“. Im Jahr 1526 ist genannt ein Claus in der „Masernmulin“, es geht der Nennung von Maisenbaindt unmittelbar voraus.

Zum Ortsnamen: Nach mittelhochdeutsch „meiz – Holschlag“. Durch einen Holzschlag gewonnene Baind („Maisenbaindt“) und am Bach liegende Mühle in der Baind („Maisenmühle“).

Im Jahr 1839 sind 13 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann 18 Seelen vermerkt. Im Oktober 2016 sind in 3 Wohngebäuden 12 Personen gemeldet.

Zwischen Schwenkels und Maisenbaindt gab es früher sogar noch eine weitere Siedlung namens „Himelins“. Im Jahr 1453 ist ein Zins aus dem Gut zum Hinlins vermerkt, 1512 verkauft Gaudenz von Rechberg leibeigenen Leute und Güter zum Maisern und auch zum Humelins, die zur Kronburg gehörten, also zum Stift Kempten. Diese waren zugehörig zur Hauptmannschaft Prestlings (heute Riedlingen), daher war der Weiler mit Sicherheit in diesem Gebiet. In den Jahren 1493 und 1617 ist in Himelins 1 Gut genannt. Der Familienname Syff = Seif erscheint hier von 1453 bis 1617.

Nach dem Jahr 1617 kommt der Ortsname „Himelins“ nicht mehr vor.

Millers

Der Weiler Millers liegt zwischen 830 m und 855 m ü.NN. im nordwestlichen Teil des Gemeindegebiets und hieß früher „Zaglers“.

Im Jahr 1460 ist genannt ein „Cristian Zagler zum Zaglers“. Diese Schreibweise ist nochmals 1615 genannt. Der damalige Ortsname „Zaglers“ ist wohl entstanden durch den Siedler Zagler und der Weiler lag zwischen Bachtels und Tannen, südwestlich der Millersmühle am Weg von Bachtels nach Ungers bzw. Schreiers. In diesem Gebiet ist auf zwei Flurnummern die Bezeichnung „Hauspoint“ eingetragen und deutet darauf hin, dass hier einmal ein Haus stand.

Josef Haggenmüller, Badmeister zu Bad Zaglers bei Wiggensbach, ersuchte im Jahr 1630 um Erlaubnis beim Fürststift Kempten zum Weinausschank. Die Bezeichnung war damals „uraltes Heilbad“, heute noch vorkommende Wasserquellen wären dort vorhanden. Nach 1630 erscheint der Ortsname „Zaglers“ nicht mehr, der Ortsname ist später abgegangen. Vermutlich ist der Weiler in der Pestzeit 1635 bis 1640 ausgestorben.

Im Jahr 1738 erscheint dann zum ersten Mal der heutige Ortsname „Zum Millers“, welcher durch die Millersmühle entstanden ist. Sie war Mahlmühle bis zum Jahr 1919, heute ist dort ein Sägewerk. Dabei steht nur das ehemalige Mühlgebäude auf Wiggensbacher Grund, das heutige Sägewerk, das Wohnhaus und die weiteren Gebäude stehen auf der Kimratshofer Gemarkung, Gemeinde Altusried.

Im oberen Millers steht beim Anwesen Haus Nr. 2 (alt 246) eine Kapelle, welche im Jahr 1892 erbaut wurde. Zur Ausstattung gehören bäuerliche Holzfiguren des hl. Pankraz und hl. Josefs aus dem 18. Jahrhundert. Im Anwesen Nr. 2 war vor dem Bau der Sennerei in Bachtels eine Hauskäserei untergebracht.

Im Jahr 1839 sind 13 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann 18 Seelen vermerkt. Im Oktober 2016 sind in 3 Wohngebäuden 9 Personen gemeldet.

Nesso

Der Weiler Nesso liegt zwischen 815 m und 820 m ü.NN. im südlichen Teil des Gemeindegebiets oberhalb von Ermengerst.

Bereits im 1394 wird ein „Nesz“ zu Kempten genannt, dann im Jahr 1406 „Neß“ in der Pfarrei Wiggensbach. In den Jahren 1451 und 1453 wird ein stiftskemptisches Gut „ze Nessun“ genannt, 1593 ein „Nesson“ mit nun 4 Güter. Im Jahr 1793 nun „Nesso“ mit 6 Lehen im Stift Kempten. Die Vereinödung von Nesso wurde schon im Jahr 1663 mit 3 Teilnehmern durchgeführt.

Die Entstehung des Ortsnamens könnte durch einen Personennamen „Neß“ entstanden sind, kann aber leider urkundlich nicht belegt werden.

Im Jahr 1839 sind 30 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann bereits 37 Seelen vermerkt. Im November 2016 sind in 9 Wohngebäuden 24 Personen gemeldet.

Neuburg

Der Weiler Neuburg liegt auf 880 m ü.NN. im nordwestlichen Teil des Gemeindegebiets in der sog. “Hinteren Pfarr“ und ist einer der Weiler mit nur einem einzigen Gebäude.

Im Jahr 1673 ist bereits „zu Neuburg“ oder „Waldegg“ vermerkt. Später im Jahr 1793 in Neuburg 1 Lehensgut.

In Waldegg-Neuburg hat man die Vereinödung im Jahr 1696 durchgeführt, nachge­wiesen ist dabei 1 Ausbau. Dies bedeutet, dass der heutige Weiler Neuburg als Aussiedlung von Waldegg entstanden ist.

Im Jahr 1839 sind 8 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann 5 Seelen vermerkt.

Notzen

Der Weiler Notzen liegt zwischen 845 m und 860 m ü.NN. im südlichen Teil des Gemeindegebiets nahe bei Ermengerst.

Im Jahr 1377 verkauf ein Isnyer Bürger Heinz dem „Notzen zu den Notzen zwei Güter die er baut und das Gut im Riedlin“. Dann im Jahr 1451 sind zwei stiftskemptische Lehengüter „ze Notzen unter den Halden“ genannt. 1453 sind es 4 bis 5 Güter, vorwiegend noch im Besitz „der Notzen und das Gut des Riedlings Kinder haben“. Beim letztgenannten Gut könnte es sich das untere Notzen handeln. Im Jahr 1793 waren in Notzen insgesamt 18 Lehen dem Stift Kempten gemeldet. Der Ortsname Notzen ist durch die ursprünglichen Siedler „die Notz“ entstanden.

Im Jahr 1839 sind sage und schreibe 138 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann immer noch 98 Seelen vermerkt. Heute sind in 18 Wohngebäuden 84 Personen gemeldet.

In Notzen gibt es die Besonderheit, dass gleich 2 Kapellen der Weiler zieren. 
Eine Kapelle steht in Obernotzen bei Hausnummer 2 (alt 118) und ist erbaut im 18. Jahrhundert mit Figuren des Heiligen Sylvester und des Heiligen Ulrichs sowie Fresken mit Hl. Joachim und Anna. In Unternotzen steht die zweite Kapelle beim Anwesen Hausnummer 14 (alt 107), welche im Jahr 1936 nach dem Vorbild einer Vorgängerkapelle erbaut wurde. Diese Kapelle ist ausgestattet mit der bekleideten Schmerzensmutter sowie mit bäuerlichen Holzfigruen der Hl. Joseph, Nikolaus, Ulrich, Sebastian und Agathe.

Zurzeit als im Allgäu noch Flachs angebaut wurde, war im Anwesen Notzen 19 (alt 119) ein Ölmühle in Betrieb, der daraus resultierende Hausname „Ölmüller“ besteht noch heute. Auch ein Knochenstampf ist dort nachgewiesen.

Vor dem Bau der Sennerei in Unterried war im Anwesen Notzen 4 (alt 117b) eine Hauskäserei eingerichtet.

Pfaffenried

Der Weiler Pfaffenried liegt zwischen 825 m und 830 m ü.NN. im östlichen Teil des Gemeindegebiets.

Im Jahr 1415 ist erstmals ein „Hans Notz zu Pfaffenried2 in einer Klosterurkunde genannt. Dann 1455 ein freies Eigen des Geschlechts Heimenhofer-Hohentann, welcher den Weiler dann 1512 dem Stift Kempten verkauften. 1593 sind dort bereits 11 Güter nachgewiesen.

Im Rahmen der Vereinödung haben in Pfaffenried 3 Ausbauten stattgefunden. Dabei handelt es sich laut einem Protokoll aus dem Jahr 1738 um die Anwesen Pfaffenried Hausnummern 9 (alt 57) und 10 (alt 56) sowie Unterried 10 (alt 64). Der Abbruch und Wiederaufbau der Häuser war damals Gemeinschaftsarbeit der Bewohner.

Im Jahr 1895 gründeten 20 Bauern in und um Pfaffenried eine Sennereigenossenschaft, diese wurde betrieben bis ins Jahr 1972 im Anwesen Hausnummer 8. Vorher gab es in Pfaffenried eine Hauskäserei im Anwesen Hausnummer 3 (alt 62).

Die Entstehung des Ortsnamens ist leider nicht gesichert. Vielleicht die „Rodung des Pfaffen“, d.h. Pfarrer von Wiggensbach oder der Herren des Klosters Kempten.

Im Jahr 1839 sind 24 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind dann bereits 54 Seelen vermerkt. Heute sind in 13 Wohngebäuden 56 Personen gemeldet.

Rauhenstein

Der Weiler Rauhenstein liegt zwischen 780 m und 785 m ü.NN. im östlichen Teil des Gemeindegebiets.

Bereits 1499 kauf sich ein „Hans Tantzer zum Ruhenstein auf der Mühle von den Heimenhofen auf Hohentann“ frei. 1508 verkauften dann die Heimenhofer einen Besitz „zum Ruhenstein“ dem Kloster Kempten. Im Jahr 1530 ist die Schreibweise „Rauchenstein“, dann ab 1546 „Rauhenstein“. Im Jahr 1793 waren es dann 3 Anwesen.

Das Anwesen Rauhenstein 4 (alt 323) beherbergte die Mühle zu Rauhenstein. Beim Anwesen Rauhenstein 1 (alt 321) wurde in den Jahren 1896 bis 1898 eine Lourdes Grottenkapelle errichtet. An den Seinhängen des Baches wurde ein Kreuzwg angelegt.

Im Mühlbachtobel unterhalb vom Anwesen Rauhenstein 4 ist ein großer Nagelfluh Felsbrocken. Auf diesem Findling befindet sich ein eisernes Feldkreuz. Möglicherweise hat dieser Felsbrocken, der wohl noch ein Relikt aus der letzten Eiszeit ist, dem Weiler den Namen gegeben „Beim Rauhenstein“.

Im Jahr 1839 sind 23 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind nur noch 12 Seelen vermerkt. Im Dezember 2016 sind in 6 Wohngebäuden 25 Personen gemeldet.

Raunberg

Der Weiler Raunberg liegt zwischen 990 m und 1020 m ü.NN. im südwestlichen Teil des Gemeindegebiets und ist der höchstgelegene Weiler im Gemeindegebiet.

Im Jahr 1419 wird genannt ein hohentannisches Lehengut „zu Ronberg“. Dann 1429 ist der Großzehnt „auf dem Ronberg“ Lehen von Hohentann. 1527 besitzt das Stift Kempten 2 altkemptische und 3 bisher hohentannische Eigengüter auf dem „Raumberg“, 1593 sind dann bereits 6 bis 7 Güter genannt.

Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich somit immer wieder leicht verändert. Die Entstehung kann nicht eindeutig geklärt werden. Nach dem mittelhochdeutschen vielleicht „Berg wo Ronen sind“, d.h. Windwürfe, umgestürzte und faulende Bäume. Vermutlich haben die ersten Siedler den Ort so vorgefunden.

Auf dem Raunberg gibt es eine ehemalige Burgstelle, sie ist mit einem Gedenkstein samt Tafel markiert. Urkunden über ein Adelsgeschlecht sind nicht bekannt.

Ein Raunberger fällt im Jahr 1711 beim Stift Kempten in Ungnade. Nachfolgend ein Auszug aus der Rechnung des Scharfrichters Klingensteiner: „Itzem er dem Hans Haggenmüller abm Raunberg begangenen Pferdediebstahls halber auf den Pranger gestellt 6 Gulden, Brennung des Galgens auf dem Buckel 6 Gulden, mit Ruten gehauen 4 Gulden, Stift Kempten, 18. März 1741. Das war Justizvollzug vor über 270 Jahren!

Im Jahr 1839 sind 42 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 35 Seelen vermerkt. Im Dezember 2016 sind in 9 Wohngebäuden 20 Personen gemeldet.

Riedlingen

Der Weiler Riedlingen liegt zwischen 770 m und 795 m ü.NN. im nördlichen Teil des Gemeindegebiets.

Der Weiler hieß früher „Prestlings“. Im Jahr 1451 sind zwei stiftskemptische Lehengüter „zem Prästels, deren eines Konz Riedlin innehat“ genannt. Weitere Schreibweisen waren: Im Jahr 1458 „Zum Brästels“, 1490 dann „Bresteles“ und 1550 dann „Brestlis“. In einer Klosterliterale dann im 1617 auch „Prestelins“. In einer weiteren Klosterurkunde von 1793 im Staatsarchiv sind in „Prestlins“ 2 Lehen genannt.

Der hier seit dem Jahr 1451 nachgewiesene Familienname „Riedlin“ gab schließlich der Siedlung den heutigen Namen. In weitere Urkunden des 18. Jahrhunderts erscheint immer wieder der Name „Prestlis“ und „Riedlings“, Im Jahr 1794 erstmals abgewandelt „Prestlings“ oder „Riedlingen“. Ab 1800 hat sich dann der jetzige Ortsname Riedlingen durchgesetzt.

Im Jahr 1839 sind 11 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 20 Seelen vermerkt. Im Januar 2017 sind in 6 Wohngebäuden 13 Personen gemeldet.

Rothmayers

Der Weiler Rothmayers liegt zwischen 790 m und 795 m ü.NN. im östlichen Teil des Gemeindegebiets nach der Kreisstraße OA 15 nach Kempten.

Erstmals genannt ist der Weiler im Jahr 1449 als ein „Rotmayer zu Wolfsölden“, dann im Jahr 1576 „zu Wolfselden“ oder „zum Rotmayers“. Ab dem Jahr 1593 werden „Wolfsölden“ und „Rotmayers“ getrennt aufgeführt, bestätigt im Jahr 1793.

Aus den Anwesen HausNr. 50 und 51 (Rothmayers 1 und 2) wurde ab 1808 aus „Wolfsöden“ dann „Rotmayers“ und aus dem südlichen Teil von „Wolfsölden“ wurde dann der heutige Weiler Braunen.

Im Jahr 1839 sind 18 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 11 Seelen vermerkt. Im Januar 2017 sind in 2 Wohngebäuden 8 Personen gemeldet.

Seibothen

Der Weiler Seibothen liegt zwischen 775 m und 795 m ü.NN. im östlichen Teil des Gemeindegebiets nach der Kreisstraße OA 15 nach Kempten.

Erstmals genannt ist der Weiler im Jahr 1358 als „zem Sibotz“ und dann 1443 als „zum Sibold“. Im Jahr 1506 heißt es dann schon „Seyboten“. Der „Braestel von Sibotz“ wird 1358 als freier Zinser samt seinem Hofe von einem Lindauer Bürger der Kloster Kempten verkauft. Im Jahr 1433 verleiht Ludwig von Rotenstein aus Grönenbach einen Zehenten „zum Sibold“ einem Kemptener Bürger. Dann im Jahr 1506 verkauften die Heimenhofer von Hohentann dem Kloster Kempten Güter „zu Seybotten“, ebenso im Jahr 1531 verkauft ein Bauer „zu Sibotten“ seinen Brunnen an der Halden. Die Schreibwiese von Seibothen hat sind in den Jahrhunderten somit öfters verändert.

Nach einer Klosterurkunde gab es um 1277 im Raum Kempten einen Siedler „Siboto“, vielleicht war das der Namensgeber für den Ort Seibothen.

Im Jahr 1907 gründeten 14 Bauern im Raum Seibothen einer Sennereigenossenschaft. Ein Käsereigebäude wird im gleichen Jahr gebaut, die Sennerei war im Anwesen Seibothen 2 in Betrieb bis ins Jahr 1969. Vor dem Bau der Sennerei gab es eine Hauskäserei im Anwesen Seibothen 8 (alte HausNr. 324).

Im Jahr 1839 sind 26 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 48 Seelen vermerkt. Im Januar 2017 sind in 12 Wohngebäuden (davon 2 nicht bewohnt) 20 Personen gemeldet.

Simmlers

Der Weiler Simmlers liegt zwischen 925 m und 930 m ü.NN. im nordwestlichen Teil des Gemeindegebiets auf einem Ausläufer der Adelegg.

Im Jahr 1439 ist genannt ein freieigendes Gut das „Hans Betzigow“ besaß. Der Ort war zunächst Einöde und wurde um 1593 geteilt. Simmlers fehlt in den stiftskemptischen Lehenbüchern, da der Besitz immer freieigen geblieben ist.  Im Jahr 1617 sind dann bereits 3 Anwesen genannt, alle im Eigentum „der Dorn“.

Dem Hans Betzigow ist wohl unmittelbar ein „Simler“ vorausgegangen. Vermutlich ist jener Hans Betzigow, der 1422 aus Isny weichen musste und für dessen Urfehde sein Vater Utz Betzigow und Klaus Simmler, beide Bürger zu Isny, bürgen mussten. Hans Betzigow hat sich also auf ein Gut der Simler zurückgezogen.

Die Simler als frühere Eigentümer haben dem Ort den Namen gegeben.

Im Jahr 1839 sind 21 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind nur noch 9 Seelen vermerkt. Im Januar 2017 sind in 3 Wohngebäuden 9 Personen gemeldet.

Schachen

Der Weiler Schachen liegt zwischen 750 m und 760 m ü.NN. und ist neben Trunzen der nördlichste aller Wiggensbacher Weiler.

Die erste bekannte Urkunde über „im Schachen“ datiert aus dem Jahr 1734. Im Jahr 1793 ist 1 Lehen als stiftskemptisches Gut genannt, im Jahr 1818 sind es dann schon 3 Anwesen.

Die Herkunft des Ortsnamens kann urkundlich nicht belegt werden. Schachen könnte aber „ein kleiner alleinstehender Wald“ bedeuten.

Im Jahr 1839 sind 26 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 17 Seelen vermerkt. Im Februar 2017 sind in 4 Wohngebäuden 6 Personen gemeldet.

Scheiben

Der Weiler Scheiben liegt zwischen 865 m und 885 m ü.NN. im nordwestlichen Gemeindegebiet.

Im Jahr 1535 verkaufte eine Bäuerein zu Waldegg einen Acker „auf der Scheiben gen die Langhald“, was die erste urkundliche Erwähnung dieses Weilers ist. Dann im Jahr 1793 ist in einer Klosterurkunde des Stift Kempten 1 Lehengut genannt.

Der Weilername Scheiben, Schyben oder Schybun kommt oft als Flurname vor.

Im Jahr 1893 sind lediglich 3 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind 7 Seelen vermerkt. Im März 2017 leben in 4 Wohngebäuden insgesamt 16 Personen.

Schmidsreute

Der Weiler Schmidsreute liegt zwischen 950 m und 985 m ü.NN. und ist einer der höchstgelegenen Weiler.

Bereits im Jahr 1346 ist ein „Heinrich der Ohain von Schmitzrüti“ erwähnt, im Jahr 1415 „ze Schmidsrütin“ und im 1478 auf dem „Schmidsrytin“. Ein stiftskemptisches Lehengut ist bereits 1451 genannt, dann im Jahr 1592 insgesamt bereits 6 Anwesen, davon 4 erst jüngst aus der Teilung entstanden. 1793 sind es dann schon 7 Lehengüter.

Der Ortsname bedeutet die Rodung der Schmitz oder Schmids. Aufgegangen in Schmidsreute ist der Weiler Nesselberg, das betrifft das Anwesen HausNr. 188, jetzt Schmidsreute 9.

In Schmidsreute gab es früher auch eine Volksschule. Schon im 18. Jahrhundert ist eine Schulstube im Anwesen HausNr. 187, jetzt Schmidsreute 3, nachgewiesen. Es wurden damals rund 30 Schüler unterrichtet. Im Jahr 1855 erwirbt die Schulgemeinde einen Bauplatz zur Errichtung eines Schulgebäudes, das dann auch gebaut wurde. Es ist heute das Gebäude Schmidsreute 2. 1903 geht das Schulgebäude auf die politische Gemeinde Wiggensbach über. Das Schulzimmer war gedacht für 45 bis 50 Schüler. Das Gebäude diente als Schule bis zur Auflösung der Zwergschulen in den Jahren 1967 bzw. 1968.

In Schmidsreute steht eine Kapelle vor dem Anwesen HausNr. 185, jetzt Schmidsreute 5. Die Kapelle wurde in den Jahren 1948 bis 1950 anstelle einer abgegangenen Kapelle beim Anwesen HausNr. 184, jetzt Schmidsreute 8, als Schulkapelle erbaut. Die Holzfiguren sind zum Teil aus der früheren Kapelle in Schwarzachen.

Im Jahr 1904 gründeten 18 Bauern eine Genossenschaftssennerei. 1962 wurde die Käserei stillgelegt und die Bauern schlossen sich der Sennerei Emmenried an. Vor dem Bau der Sennerei gab es eine Hauskäserei im Anwesen HausNr. 185, jetzt Schmidsreute 5.

Im Jahr 1893 sind 33 Seelen registriert, im Jahr 1860 sind gar 63 Seelen vermerkt. Im März 2017 leben in 7 Gebäuden insgesamt 22 Personen.

Schwarzachen

Der Weiler Schwarzachen liegt zwischen 855 m und 865 m ü.NN. im nordwestlichen Bereich des Gemeindegebiets. Ursprünglich hieß der Weiler „Hinderbergs“ oder „Hinterbergs“. Die Ansiedlung liegt vom Pfarrdorf Wiggensbach aus gesehen hinter dem Berg im Talgrund.

Im Jahr 1455 ist in der Pfarrei Wiggensbach genannt ein „Hans Schwarzach zum Hinderberg“. 1593 wird denn 1 Gut genannt, 1617 schreibt man dann „Schwarzach“ oder „Hinderbergs“, 1640 dann wieder „Hinderbergs“ allein. Im Jahr 1569 wurde dort eine der ersten Vereinödungen im Fürststift Kempten durchgeführt.

Ab dem Jahr 1783 ist es dann „Schwarzach“, nun sind es bereits 3 stiftskemptische Lehengüter. Seit der Zeit um 1800 kommt nur noch die heutige Schreibweise Schwarzachen vor.

Zum heutigen Ortsnamen hat sich mit der Zeit der Personenname des urkundlich erstge­nannten Siedlers durchgesetzt.

In Schwarzachen wurde auch die erste Genossenschaftssennerei in der Gemeinde Wiggensbach gebaut. Im Jahr 1885 gründeten 19 Bauern in und um Schwarzachen eine Sennereigenossenschaft und bauten 1885 das Käsereigebäude. Es ist das heutige Schwarzachen 4. Vor dem Bau der Sennerei war eine Hauskäserei im Anwesen HausNr. 224, jetzt Schwarzachen 1, beheimatet. Die Genossenschaft errichtet 1903 mit Antrag vom 9. Okt. 1902 eine Wasserkraftanlage zum Antrieb der Kesselrührwerke sowie der Molkepumpe und der Buttermaschine. Bis zu dieser Zeit gab es noch keinen Stromanschluss. Den Stauweiher dieser Anlage gibt es heute noch, er wird als Feuerlöschteich genutzt. Die Sennerei wurde betrieben bis ins Jahr 1967.

Im Jahr 1893 sind 19 Seelen registriert, im Jahr 1860 gar 20 Seelen vermerkt. Im März 2017 leben in 4 Wohngebäuden 18 Personen.

Schwenkels

Der Weiler Schwenkels liegt zwischen 825 m und 830 m ü.NN. im nordöstlichen Gemeindegebiet. Im Jahr 1504 ist „zum Schwenkels“ und im Jahr 1617 ist „Schwenkel“ genannt. 1808 ist dann die Schreibweise „Schwengels“ vermerkt. Der Weiler wurde immer als Einöde genannt, obwohl er nahe bei Eggholz liegt. Die Herkunft des Namens ist leider unbekannt.

Im Jahr 1839 sind 3 Seelen registriert, im Jahr 1860 gab es leider keinen Eintrag. Im April 2017 leben in 2 Gebäuden 15 Personen.

Staig

Der Weiler Staig liegt auf 905 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet.

Im Jahr 1435 wird ein stiftskemptisches Lehengut „zur Steig“ genannt. Im Jahr 1593 werden 3 Güter genannt, alle im Besitz der Familie Arnold. Das vorher genannte Gut wurde also in der Familie aufgeteilt. 1736 wird aber wieder nur ein Gut genannt. Im Jahr 1856 ist in den Landtafeln des Fürststifts Kempten weiterhin 1 Gut genannt, dann im Jahr 1865 wieder 2 Anwesen. Heute sind es 2 Gebäude.

Der Weiler liegt am sogenannten Braut- und Bahrweg und an einer Steige zwischen dem Rohrach- und dem Schwarzachtal. Daher statt vielleicht der Ortsname Staig.

Im Jahr 1839 sind 4 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann 8 Seelen vermerkt.

Staudach

Der Weiler Staudach liegt zwischen 930 m und 975 m ü.NN. südwestlich und oberhalb des Hauptorts Wiggensbach. In den Jahren 1415 und 1440 kommt hier der Personenname „Studach“ vor. Die Namensform „Studach“ gibt es dann bis ins Jahr 1537. Ab. 1553 schreibt man dann wie heute Staudach. Im Jahr 1593 sind dann 3 hohentannische Lehensgüter genannt. Der Ortsname ist also aus dem Personennamen des erstgenannten Siedlers Studach ent­standen. Im Anwesen HausNr. 138, jetzt Staudach 1, war früher eine Hauskäserei.

Im Jahr 1839 sind 10 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann bereits 26. Im Apirl 2017 sind in 4 Wohngebäuden 16 Personen gemeldet.

Steinrinnen

Der Weiler Steinrinnen liegt zwischen 860 m und 865 m ü.NN. südwestlich oberhalb von Ermengerst.

In den Jahren 1790 und 1808 heißt es im Rentamt „Steinrinnen“. Ein Gut wurde 1790 von Ermengerst nach Steinrinnen hinausgebaut, das andere entstand 1808 ebenfalls durch eine Aussiedlung aus Ermengerst. Im Jahr 1839 sind 14 Seelen registriert. Somit ist der Weiler Steinrinnen noch relativ jung und besteht aus gerade einmal 2 Wohngebäuden.

Der Ortsname ist aus einem steinigen Hohlweg („Steinrinne“) entstanden, die den Tiefbauarbeiten vor einigen Jahren für die Bebauung rund um den Adolph-Kolping-Weg hat sich der felsige Untergrund bestätigt.

Stockers

Der Weiler Stockers liegt zwischen 840 m und 845 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet ganz nahe der Gemeindegrenze zu Altusried.

Im Jahr 1452 wird „im Stockach“ in der Pfarrei Wiggensbach erwähnt, seit dem Jahr 1640 heißt es dann „Stockers“. 1793 wird explizit ein stiftskemptisches Lehengut genannt.

Während mit Stockach die gerodete Flur gemeint ist, so soll der Stocker derjenige sein, der stockt und das Stockach bebaut.

Im Jahr 1839 sind 9 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann 11. Heute sind zwei Wohngebäude vorhanden.

Stoffels

Der Weiler Stoffels liegt zwischen 940 m und 990 m ü.NN. im westlichen Gemeindegebiet oberhalb des Kürnachtals. Der Name steht in direkter Verbindung mit dem Stoffelberg auf 1023 m Ü.NN., einem der drei Berge im Gemeindegebiet mit Gipfelkreuz. Stoffel bedeutet nämlich Hügel oder Fels

In den Jahren 1522 und 1620 ist „auf dem Stoffel“ in Klosterurkunden genannt, dazwischen sind im Jahr 1593 zwei Güter in Stoffels erwähnt. Dann im Jahr 1617 sind 9 „Huldigende“ in insgesamt 6 Familien genannt, in den Jahren 1771 und 1793 werden 6 Lehen bestätigt.

Vor dem Bau der Käserei in Schmidsreute war im Anwesen Stoffels 1 (alte HausNr. 177) ein Hauskäserei.

Im Jahr 1839 sind bereits 25 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann bereits 40. Im April 2017 sind in insgesamt 6 Wohngebäuden 12 Personen registriert.

Strohmayers

Der Weiler Strohmayers liegt zwischen 820 m und 835 m ü.NN. im nördlichen Gemeindegebiet entlang der Kreisstraße nach Altusried.

Bereits 1444 wird ein Hans Müller, genannt „Stromaier auf der Zwerhenmüli“ genannt. Dann im Jahr 1508 „Zwerkmüllin“ und 1550 „zum Strohmairs“. Im Zeitraum 1561 bis 1602 heißt es „zur Zwerchmühlin“ oder „Strohmayers“.

Der Ortsname ist wohl abgeleitet vom urkundlich erstgenannten Siedler „Stromaier“. Die heutige Hausbezeichnung „Holdenmühle“ ist abgeleitet von einem ehemaligen Eigentümer mit Familien­name Hold, der vorher schon in Zur Mühle auf den Lenzenmühle (sog. Obermühle) vorkommt. Bis um circa 1800 war die Holdenmühle eine Einöde, die anderen Anwesen entstanden durch Teilung.

Der Weiler liegt am Eingang zum Zwerental („Quertal“), welches den Höhenzug von Ettensberg nach Winnings durchtrennt.

Im Jahr 1901 gründeten 13 Bauern eine Sennereigenossenschaft. Das Käsereigebäude war das heutige Anwesen Strohmayers 2. Die Käserei wurde 1959 wieder aufgegeben. Vor dem Jahr 1901 war im Anwesen Strohmayers 3 eine Hauskäserei.

Im Jahr 1839 sind 13 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 10 Personen. Im April 2017 sind in insgesamt 3 Wohngebäuden 11 Personen registriert.

Thannen

Der Weiler Thannen liegt auf 880 m ü. NN. Im nordwestlichen Gemeindegebiet.

Bereits in den Jahren 1451 und 1453 wird ein stiftskemptisches Lehengut „zu der Tannun“ genannt, ab 1504 heißt der Ort „Tannen“. Ab dem Jahr 1593 sind dann 2 Güter genannt. Im Jahr 1617 ist „zue Tannen 8 Huldigende in 5 Familien“ genannt. Die Entstehung des Ortsnamens Thannen ist urkundlich nicht zu belegen. Vor dem Bau der Käserei in Schwarzachen war im Anwesen Thannen 2 (alte Haus-Nr. 214) eine Hauskäserei.

Im Jahr 1839 sind 19 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann 13 Personen. Der Weiler besteht aus 2 landwirtschaftlichen Gebäuden.

Trunzen

Der Weiler Trunzen liegt zwischen 770 m und 785 m ü. NN. Im nördlichen Gemeindegebiet nahe der Grenze zum Nachbarort Altusried. Erstmals 1506 ist genannt ein „Hans Truntzer zu Truntzen“ und es sind auch 3 Weiher erwähnt, bereits 1526 gibt es noch eine zweite Schreibweise „Trontzen“ und dann 1617 sogar noch „Trunzo“. Der Personenname Truntzer kommt dort nachweisbar von 1506 bis 1640 vor.

Früher war nur ein freieigenes Gut aus dem Lehen des Ulmer Bürgers Heinrich Herbort genannt, ab 1593 sind dann 9 Güter nachgewiesen. Das ursprüngliche Gut wurde samt der damals schon zugehörigen Schmiede (eine sog. Hammerschmiede) im Jahr 1537 an das Kloster Kempten verkauft, danach wurde es geteilt. Aus der Teilung entstanden die bereits erwähnten 9 Güter. Die Schmiede in Trunzen kann somit auf eine 500-jährige Tradition zurückblicken.
Der Weilername ist durch den ersten urkundlich genannten Siedler „Truntzer“ entstanden.
Im Jahr 1839 sind 31 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 28 Personen. Im Mai 2017 sind in insgesamt 8 Wohngebäuden 35 Personen registriert.

Unterried

Der Weiler Unterried liegt auf rund 845 m ü. NN. An der Kreisstraße OA 15 zwischen Wiggensbach und Ermengerst.

Im Jahr 1451 ist „zu Unterried“ und im Jahr 1599 „Untersried“ erwähnt. 1508 verkauften die Heimenhofer von Hohenthann dem Kloster Kempten mehrere Güter, dann sind 1593 insgesamt 6 Güter vermerkt. Die Schreibweise ändert sich über die Jahrhunderte öfters.

Im Jahr 1617 sind nach einer Klosterlitreale 11 Huldigende genannt, davon 10 Personen namens Mayr aus 6 Familien. Im Jahr 1661 wurde hier die Vereinödung mit 2 Teilnehmern durchgeführt.

Der Ortsname bedeutet Ried oder Rodung im Süden unter dem Hauptort Wiggensbach („das untere Ried“).

Im Jahr 1898 gründeten 18 Bauern eine Sennereigenossenschaft und bauten im gleichen Jahr eine Sennerei, vorher gab es im Einzugsgebiet der Sennerei 2 Hauskäsereien im Anwesen Unterried 9 (alte Haus-Nr. 70) und Unterried 1 (alte Haus-Nr. 126). Die Käserei bestand bis ins Jahr 1970.

Im Jahr 1839 sind 38 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 26 Personen. Im Juni 2017 sind in insgesamt 9 Wohngebäuden 44 Personen registriert.

Wagenbühl

Der Weiler Wagenbühl liegt auf zwischen 870 und 895 m ü. NN. Im südlichen Gemeindegebiet nahe der Gemeindegrenze zu Buchenberg.

Bereits im Jahr 1453 wird „ze Wagenbühel“ und im Jahr 1512 dann „Waggenbühel“ genannt, 1593 sind 4 Güter verzeichnet. Die Vereinödung wurde einmal im Jahr 1623 mit 6 Teilnehmern (vermutlich das obere Wagenbühl) und ein weiteres Mal 1693 mit 2 Teilnehmern (vermutlich unteres Wagenbühl).

Der Wagenbühl kann sich ableiten von mittehochdeutschen „Waggen“ (siehe „Waggenbühel“), was Stein, Feldstein und Fels bedeutet. Der Bühl mit Stein und Fels.

Eine andere Deutung ist „Bühl des Wago“. Dieser Personenname „Wago“ kommt im damaligen Niebelgau vor, auch der Raum Wiggensbach gehörte zum Niebelgau. Dieser Personenname erscheint in einer Urkunde zu Allmishofen, ebenfalls zum Niebelgau gehörend.

In Wagenbühl steht eine Kapelle, sie ist dem heiligen Ulrich geweiht. Dasa Baujahr der Kapelle ist leider nicht bekannt. Eigentümerin ist der Markt Wiggensbach.

Im Jahr 1911 gründeten 11 Bauern eine Sennereigenossenschaft, einige Mitglieder waren teilweise aus dem Gemeindegebiet Buchenberg. Zuvor war im Anwesen Wagenbühl 9 (alte Haus-Nr. 93) eine Hauskäserei. Im gleichen Jahr ging die Sennerei bereits in Betrieb und dauerte bis ins Jahr 1967. Das Gebäude ist das heutige Wagenbühl 10.

Im Jahr 1839 sind 51 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 46 Personen. Im Juni 2017 sind in insgesamt 17 Wohngebäuden 62 Personen gemeldet.

Waldegg

Der Weiler Waldegg liegt zwischen 900 m und 950 m ü. NN. im westlichen Gemeindegebiet.

Bereits 1394 wird „ze Waldegg“ genannt, im Jahr 1662 dann „Burgstall“ oder „Waldegg“. Die beschriebene Burstelle „Neuburg“ liegt östlich des Weilers Waldegg. An die Burg erinnert der Flurname Schlossbühl auf dem Grundstück Fl. Nr. 2292.

Ebenfalls im Jahr 1394 bezieht das Kloster Kempten Geldzins für den Zehenten von einem Kemptener Bürger aus Waldegg. 1451 sind Güter der Burg Wiggensbach, genannt Suseck, zu Waldegg als Lehen vom Kloster Kempten genannt. Die Geschichte von Waldegg ist wohl im Wesentlichen mit der Burg Neuburg bei Waldegg identisch, welche mit den Gütern rundum zur Burg Wiggensbach gehörte.

Die Vereinödung wurde hier im Jahr 1696 mit nachweislich einer Aussiedlung durchgeführt. Dieser Ausbau dürfte das heutige Anwesen Neuburg 1 sein, zumal dort vorher keine Daten vorhanden sind. Dieser Weiler liegt am Rand der Schindeltanne als gröperes Waldgebiet. Möglicher Weise deshalb der Weilernahme Wald-Eck bzw. Egg.

Das Anwesen Waldegg 3 (alte Haus-Nr. 173) dient heute dem Golfclub Wiggensbach-Waldegg e.V. als Clubhaus.

Im Jahr 1839 sind 40 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann nur noch 16 Personen. Im Juni 2017 sind insgesamt in insgesamt 4 Gebäuden 15 Personen gemeldet.

Weißen

Der Weiler Weißen liegt zwischen 800 m und 815 m ü.NN. im östlichen Gemeindegebiet bei Ermengerst an der Grenze zur Stadt Kempten (Allgäu).

Bereits im Jahr 1394 wird ein „verwachsene Gütlich im Banholtz“ genannt als stiftskemptisches „Witzengut“. Im Jahr 1453 dann ein „Jäck Holdenried auf dem Wyßen“. 

Die Siedlung bildet mit Bahnholz aus der ehemals selbständigen Gemeinde St. Lorenz (jetzt Kempten) eine lose Einheit. Im Jahr 1734 heißt es dann Weißen ohne „Bahnholtz“, danach wurde beide Weiler mehrmals gemeinsam erwähnt.

Der in der Pfarrei Wiggensbach gelegene Teil wurde Weißen und ist vermutlich eine Abwandlung des Personennamens des ersten Siedlers „Witzen“.

Zwischen Weißen und Ermengerst war der von den Fürstabtei Kempten angelegte und relativ große Wiggensbacher Weiher, dessen Damm heute noch vorhanden ist. Dieser Weiher wurde genauso künstlich zu den Zeiten der Fürstäbte angelegt wie der Eschacher-, der Herrenwieser- und der Stadtweiher. Versucht wurde damals der Besatz mit Aalen, welcher jedoch nachweislich in den Jahren 1760 bis 1765 keinen Erfolg hatte. Hauptsächlich wurden im Wiggensbacher Weiher nach den Aufzeichnungen des Fürststifts Kempten Treuschen gezüchtet.

Im Jahr 1839 sind 9 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann schon 16 Personen. Im Juni 2017 sind in 3 Wohngebäuden 15 Personen gemeldet.

Wendelins

Der Weiler Wendelins liegt auf rund 850 m ü.NN. an der Kreisstraße OA 15 zwischen Wiggensbach und Ermengerst.

Den Weiler nannte man ursprünglich „Mosmans“ oder „Mosmann“, demnach der Mann am Moos nach dem östlich des Weilers gelegene Feuchtfläche.

1358 wird genannt „des Karrers Tochter vom Mosmans“. Im Jahr 1429 dann der „Hof ze Mosnang“, 1659 dann wieder „zum Mosmans“. Im Jahr 1571 heißt es dann im Stadtarchiv Kempten (Allgäu) erst­mals zum „Wendelins“, im Jahr 1659 wieder „zum Mosmans“ oder Wendelins. 1793 sind dort 4 Lehensgüter verzeichnet, seit 1808 ist der Teilort durchgehend als Wendelins bezeichnet.

Der heutige Ortsname Wendelins ist vermutlich von dem Personennamen Wendelin abgeleitet.

Im Jahr 1839 sind 16 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann bereits 34 Personen. Im Juni 2017 sind in 10 Wohngebäuden 50 Personen registriert.

Winnings

Der Weiler Winnings liegt zwischen 850 m und 865 m ü.NN. an der Kreisstraße zwischen Wiggensbach und Altusried nahe der Gemeindegrenze.

Für den Weiler gab es früher verschiedene Schreibweisen, wie beispielsweise „Zum Wuning“, „Wönnigs“ sowie „Wengins“. Zur Entstehung des Weilernamens kann urkundlich kein Nachweis erbracht werden.

Bereits im Jahr 1451 gibt es dort 2 stiftskemtische Lehengüter, eines davon wurde zwei Jahr später 1453 noch weiter geteilt. 1593 sind dann bereits 6 Anwesen genannt, 1617 dann noch 5 Familien registriert. 1793 gibt es dort 4 Lehen des Stiftes Kempten.

Bekannt war aber ein Hans Haggenmüller zum „Winnings“. Er ist nachgewiesen ab dem Jahr 1518. Er war Anführer vom Wiggensbacher-Altusried Haufen des Bauernaufstands von 1525. Diese Familie ist heute noch auf der Hofstelle in Winnings zuhause (Hausname: „Beim Schreiner“).

Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes wurden viele Anführer der aufständischen Bauern von den Feudalherrschaften hingerichtet. Der genannte Hans Haggenmüller soll sich in die neutrale Schweiz abgesetzt haben, um einer sicheren Hinrichtung zu entgehen. Nach seiner Rückkehr soll die bei dem Hof gelegene Kapelle zum Dank für die sichere Heimkehr gebaut worden sein.

1921 bauten 7 Bauern eine Genossenschaftssennerei, welche im Jahr 1968 wieder eingestellt wurde. Es ist das heutige Anwesen Winnings 4. Vorher gab es eine Hauskäserei im Anwesen Winnings 2 (alte HausNr. 264).

Im Jahr 1839 sind 43 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 25 Personen. Im Juli 2017 sind in 6 Wohngebäuden insgesamt 18 Personen gemeldet 

Wohnen

Wohnen

Der Weiler Wohnen liegt zwischen 845 m und 865 m ü.NN. östlich von Ermengerst.

Bereits 1394 ist „ze Wanum“ und 1453 „ze Waunen“ genannt, im Jahr 1510 dann „Waunen“ und „Wano“. Ebenso 1544 „Wano“ und 1554 „Wauno“ in entsprechen­den Klosterurkunden.

Der Personenname „Wano“ kommt im 9. Jahrhundert im Niebelgau häufiger vor, Wiggensbach und Wohnen gehörten zur Region Niebelgau. Vermutlich gab es auch hier einen frühen Siedler namens „Wano“. Der Weilername hat sich über die Jahrhunderte dann aber öfters verändert.

Im Jahr 1593 sind nach Dr. Weitnauer 3 Güter genannt, im Jahr 1808 nach dem Übergang vom Kloster Kempten an das Königreich Bayern waren es nach Angaben des königlichen Rentamt noch 2 Anwesen.

Im Jahr 1839 sind 13 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 10 Personen. Im Juli 2017 sind in 3 ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäuden 12 Personen gemeldet.

Zur Mühle

Der Weiler Zur Mühle liegt auf rund 830 m ü.NN. nördlich des Hauptorts Wiggensbach an der Kreisstraße nach Altusried.

Der Weiler hängt eng mit der Geschichte der Nachbaranwesen in Strohmayers zusammen. Bereits 1444 wird ein Hans Müller, genannt „Stromaier auf der Zwerhenmüli“ genannt. Dann im Jahr 1508 „Zwerkmüllin“ und im Zeitraum 1561 bis 1602 heißt es „zur Zwerchmühlin“.

Die heutige Hausbezeichnung „Holdenmühle“ ist abgeleitet von einem ehemaligen Eigentümer mit Familienname Hold, der vorher schon in Zur Mühle auf den Lenzenmühle (sog. Obermühle) vorkommt. Bis um circa 1800 war die Holdenmühle eine Einöde, die anderen Anwesen entstanden durch Teilung.

Im Jahr 1839 sind 20 Seelen registriert, im Jahr 1860 dann noch 30 Personen. Im Juli 2017 sind in 11 Wohngebäuden 27 Personen gemeldet.

Somit sind wir am Ende unserer Serie der Vorstellung und Historie an bestehenden Weiler der Marktgemeinde Wiggensbach. Weiter geht es mit den abgegangenen Ortschaften der Pfarrei Wiggensbach.

Beundelins

Der Ortsname ist nicht mit Sicherheit eindeutig auf einen heute bestehenden Weiler zu beziehen. Die Erklärung des Namens nach R. Dertsch ist mit der Zuordnung zum Wort „Baind“ (= eingehegtes Grundstück beim Haus, auch kleines Anwesen), das auch in der mundartlichen Form „Beund“ vorkommt, möglich. Die „kleine Beund“ wurde in Angleichung an zahlreiche andere Ortsnamen unseres Gebiets mit der Endung „s“ versehen, die den Besitz bezeichnet: Gut des…, z.B. Heckels, Rothmayers.

Die erste Nennung erfolgte in einer Kemptener Klosterurkunde aus dem Jahre 1351 in der Form „Bundels“. In den Lehensbüchern von 1451 erscheint die Bezeichnung „zem Buindelin“, „zem Bündelis“ und „zum Baindels“.

Zunächst ist als Lage der abgegangenen Ortschaft das Gebiet um Strohmayers anzunehmen, spätere Nennungen verweisen eine „bindelins“, „Beundelins“, „Peundelins“ eher nach Hahnenberg (siehe auch Wochenblatt-Ausgabe von 3. Juni 2016).

Es gab den Ortsnamen also vermutlich zweimal in Wiggensbach, was durchaus möglich ist, da er keinen Personennamen enthält und „kleine Baind“ sicher ein geläufige Bezeichnung war.

Grotzen

Im Jahr 1511 ist ein „Kolb zum Grotzen“ genannt, in den Jahren 1551 bis 1659 ein „zu Grotzen oder Kolben“, später wird nur noch „Kolben“ genannt. Der Familienname Kolb hat den Namen Grotz verdrängt, sodass aus „Grotzen“ der Weiler „Kolben“ wurde (siehe auch Wochenblatt-Ausgabe von 2. Sep. 2016)

Die Endung „-en“ist wie die Endung „s“ eine Bezeichnung des 2. Falles: Besitz oder Siedlung des Grotz bzw. des Kolb(en), des Heckel(s).

Gurlins

Im Jahr 1545 ins ein „Acker zum Ermingers im Gurlins“ genannt. Dann 1547 „zem Ermingers uffm Knebel oder Gurlis“ und 1554 eine Wiesmahd „im Gurlins“.

Es handelte sich vermutlich um einen Flurnamen im Bereich um Ermengerst und nicht in einen eigenen Weiler.

Hinderbergs

Hinderbergs

In einer Klosterurkunde von 1444 ist „Hans Schwartzach zum Hinderbergs“ genannt. Bis 1617 werden „Schwartzach“ und „Hinderbergs“ nebeneinander gebraucht. Der Familienname „Schwarzach“ hat den Flurnamen „hinter dem Berg“ verdrängt. Somit heißt der Weiler seit 1738 Schwarzachen (siehe auch Wochenblatt-Ausgabe vom 31. März 2017).

Himelins

Nach R. Dertsch ist „Himelins“ nicht dem Weiler Hinlings gleichzusetzen. Er begründet dies mit der Zugehörigkeit zur Hauptmannschaft Prestlings. Als Lage der abgegangenen Ortschaft ist das Gebiet eher zwischen Schwenkels und Maisenbaindt anzunehmen. Im Jahr 1453 ist ein Gut als stiftskemptisches Lehen „zum Hienlis“ genannt, 1512 verkaufte Gaudenz von Rechberg Leute und Güter „zum Humelins“.

Moosmans

Die sehr alte Siedlung im Süden des Dorfes Wiggensbach (heute Wendelins) wurde schon 1353 und 1358 erwähnt, immer im Zusammenhang mit Leibeigenen. Nach Baumann (Band 2, Seite 566) war „Heinz von Ermengerst zugegen, als Oswald von Heimenhofen eine riznerische Leibeigene zu Monsmans kaufte“.

Das Rittergeschlecht der Rizner - sesshaft unter anderem in Überbach bei Dietmannsried – hatte in der Pfarr Wiggensbach Leibeigene. Im Jahr 1410 trat Branthow von Ritzner „seinen Teil an einer Leibeigenen in Wiggensbach an Benz von Heimenhofen“ ab (Baumann, Band 2, Seite 548).

Schon 1358 ist in einer Klosterurkunde die Rede von „des Karrers Tochter von Mosmans“ (zitiert nach De. Ortnsnamensbuch, KLU Ke 88, Nr. 1653). In einer Urkunde (Stadtarchiv Kempten) ist die Ortschaft 1571 „zum Wendelings“ genannt, 1659 ist in einer Urkunde die Doppel-Bezeichnung „zum Mosmans oder Wendelin“ (NA 1718, 124) zu lesen. Seit 1808 ist der Ort Wendelins (siehe auch Wochenblatt-Ausgabe vom 7. Juli 2017).

Nesselberg

Gelegen bei Schmidsreute und darin aufgegangen. Zeitweise hatte die abgegangene Ortschaft auch den Namen „Steckenried“ nach der Besitzerfamilie. Erste Nennung „Nesselberg“ im Jahr 1426, im Jahr 1617 dann „Steckenried oder Nesselberg“.

Orneberg

Zunächst wie heute nur ein Flurname. An der Straße westlich von Wegscheidel in Richtung Kürnachtal war aber lange Zeit ein Haus, westlich vom „Orneberg“ oder heute „Ohneberg“. Die Bezeichnung „Ornenberg“ kann mit Orn = Ahorn in Verbindung gebracht werden.

Schindeltannen

Heute noch ein Flurname zwischen Waldegg und Adelegg. Es ist der Name für ein Waldstück, das sich vermutlich am Lageort der abgegangenen Ortschaft befindet. „Zu Schindeltannen“ ist eine der frühesten Nennungen im Wiggensbacher Bereich.

Eine dem Kloster lehnbare Vogtei, zu der auch Schindeltanne gehörte, wurde schon 1351 von Heinrich zu Hattenberg an den Konvent von Kempten (Adelsherren in der Klostergemeinschaft) verkauft. Die Hattenberger waren ein einflussreiches Adelsgeschlecht, das in der Stauferzeit großes Ansehen genoss, das Landvogtamt in Schwaben innehatte und 1357 die Herrschaft Kalden bei Altusried erwarb. Auch Aichbaindt kam 1351 durch Verkauf durch die Hattenberger an das Kloster Kempten. Im Jahr 1427 verkaufte das Kloster das Gut „Schindeltann“ an 2 Kemptener Bürger. Im Jahr 1615 werden nur mehr die Wälder genannt, die Mang Dorn auch Bachtel und Hans Dorn aus Holzwarth an Endras Dorn „zum Zaglers“ verkauften (siehe auch Wochenblatt-Ausgabe von 12. Aug. 2016).

Wolfblenden

Im Jahre 1417 erhält die Leonhardskapelle in Kempten Zins aus Wolfblenden. In den stiftskemptisches Lehensbüchern von 1451 und 1453 wir ein Lehensgut zu „Wolfplenden“ genannt. In einer Verkaufsurkunde vom 20.02.1528 tritt Contz Wolffplender zu Wolffblendin als Verkäufer von 3 Tagwerk Wismad und Holz in der Kürnach, zwischen Huberwiese und Kürnacher Wald, auf.

In einer Urkunde der Stadt Kempten werden 1571 die Blender von Wolfschwendi genannt. Der Familienname „Blender“ steht sicher im Zusammenhang zum Tätigkeitswort „blender“, das in der Forstwirtschaft gebraucht wird, und zwar in der Bedeutung „den Wald lichten“. Der Familienname „Blender“ mag also in die Rodungszeit zurückführen, ebenso wie der Ortsname „Wolfblenden“, der auch durch die nähere Bestimmung „Wolf“ auf eine Lage in einer Waldlichtung, die noch von Wölfen heimgesucht wurde, verweist.

In wie fern der Name des Wiggensbacher Hausbergs Blender auch damit zusammenhängt, ist fraglich. R. Dertsch vermutet, dass Wolfblenden in Grub aufgegangen ist (Ortsnamenbuch S. 233).

Wolfselden

An die Existenz von Wölfen im Wiggensbacher Gemeindebereich erinnert auch der Name dieses abgegangenen Weilers. Sicher wäre hier „Wolf“ als Personennamen zu deuten, doch spricht die Schreibung (ohne „ss“!) wohl dagegen, ebenso der Ortsname Woldblenden in der Pfarr Wiggensbach.

Das Grundwort –selde ist gleich „Sölde“, das in unserem Gebiet ein kleineres Bauernhaus mit dazugehörigem Grund und Boden bezeichnet. Die erste uns erhaltene Erwähnung geht auf das Jahr 1449 zurück. Genannt ist ein Heinz Rotmair zu Wolfsülden. Im stiftkemptischen Lehensbuch von 1451 ist zu lesen: „Item daz gut zu Wolffselden, daz der Rotmayr inhaut.“ 1469 verkaufte Jörg Heimenhofen Hubgeld (Einkünfte aus Grund und Boden) von Wolfselden an den Kemptener Bürgermeister Symon Erhart. 1508 wurde der Weiler durch das Stift Kempten von Hans und Jörg Heimenhofen erworben (Urk. V. 17. August 1508). 1576 heißt es dann „zue Wolfselden oder zum Rotmayers“ 1593, in der sog. Türkenanlag, werden Rotmayers und Wolfselden aber wieder getrennt aufgeführt. Der Ortsname erscheint noch Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts (1808 bei zwei in Braunen aufgegangenen Gütern). Die abgegangene Ortschaft müsse im Gebiet von Rotmayers und Braunen zu suchen sein (Dertsch, ON-Buch S. 234).

Zaglers

Im Jahre 1936 entstand in Wiggensbach das Schwimmband, im „Kocher Weiher“. Wenig bekannt ist, dass schon mehr als 300 Jahre früher in Wiggensbach ein Bad mit der Gesundheit wohltuendem Wasser bestand, und zwar im nördlichen Gemeindebereich in der Ortschaft Zaglers. Sie existiert nicht mehr und zählt ebenfalls zu den „abgegangenen“ Ortschaften unserer Gemeinde.

Im Jahr 1460 ist ein Christian Zagler zum Zagels genannt. Im sog. „Blutbuch“ des Stifts Kempten ist ein Hans Tätzel zum Zaglers auf jener „schwarzen Liste“. 1593 waren dort 2 Güter, und 1617 wird der Ort zur Hauptmannschaft Strohmayers gezählt. R. Dertschs Vermutung der Lage des Ortes zwischen Bachtels und Thannen und seine Gleichsetzung mit Millers (siehe Dertsch, ON-Buch, Seite 136, Nr. 797) hat sich bei einer näheren Besichtigung des Geländes nur insoweit bestätigt, dass der Ort in der Nähe von Bachtels zu suchen ist, und zwar links der Straße von Bachtels über Millers Mühle nach Bodenwalz. Links des Weges nach Schreiers, noch auf Wiggensbacher Gemeindegebiet – die Gemeindegrenze verläuft längs des Weges – auf der Höhe von Ungers (ehem. Gemeinde Kimratshofen), ist in einem sehr wasserreichen Gebiet eine Geländeverformung zu beobachten, die auf eine frühere Besiedlung verweisen mag. Wie das dortige Bad aussah, ist nicht festzustellen.

Eine Erwähnung, festgehalten in der Chronik des Allgäus, von Dr. Weitnauer, Bd. 2, Seite 172, lässt vermuten, dass das dortige Bad von überörtlicher Bedeutung war. Der Eintrag zum Jahre 1630 lautet: „Der Badmeister Josef Haggenmiler bezeichnet sein „Bad Zaglers“ bei Wiggensbach, für das er eine Wein-Ausschankerlaubnis ersuchte, als „uraltes Heilbad“. Leider verlieren sich nach 1630 die Spuren. Möglicherweise sind die beiden dort genannten Güter doch in Millers aufgegangen oder wurden wegen der großen Feuchtigkeit im Gebiet des Bades aufgehoben. Die Bitte des Besitzers um eine Schankgenehmigung kann auf die Beliebtheit des Bades Zaglers hinweisen. An ein Ausflugsziel ist für die damalige sehr schlechte Zeit wohl nicht zu denken. Dass dem dortigen Wasser aber eine Heilkraft nachgesagt wurde, scheint ohne Zweifel zu sein, ebenso die Existenz eines Bades in der Nähe von Bachtels, eben im abgegangenen Zaglers, an das noch ein Flurname „Hauspoint“ in diesem Gebiet erinnert.