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💧 Allgemeines zur TrinkwasserversorgunG

Wer ist an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen?

In Wiggensbach sind rund 82 % der Haushalte – das entspricht etwa 4.300 von 5.200 Einwohnern – an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen (Stand Jan. 2026).
 

Warum sind nicht alle Haushalte angeschlossen?

Einige Haushalte, insbesondere in Randlagen oder landwirtschaftliche Anwesen, nutzen eigene Brunnen oder andere private Wasserversorgungsanlagen. Ein Anschluss an das öffentliche Netz ist dort aus baulichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht immer möglich oder gewünscht. Dieser niedrige Anschlussgrad liegt u.a. an unserer historisch bedingten „Vereinödung“.
Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anschlussgrad bei 99,5 % (Quelle Statistisches Bundesamt 2022).

Wie erfolgt die Versorgung?

Die Versorgung erfolgt über unsere beiden Quellen (Schorenquelle und Kolbenquelle), die Hochbehälter und das gemeindliche Leitungsnetz. Das Wasserleitungsnetz hat eine Gesamtlänge von ca. 35 km.

Welche (technischen) Bauwerke gibt es?

Bei der Sanierung der Schorenquelle 2023 wurde ein sog. Quellsammelschacht errichtet, der das Quellwasser sammelt. Anschließend wird dieses vom PE-Innenbehälter im Tiefenbehälter in den Hochbehälter gepumpt. Der Hochbehälter hat ein Fassungsvermögen von 750 m³.

Lageplan

Bild Bau Quellsammel...

Bild Quellsammelscha...

Draufsicht Quellsamm...

Von der Kolbenquelle aus wird das Wasser in den Hochbehälter nach Westenried mit 600 m³ gepumpt. Von dort aus wird Wiggensbach, Westenried und die weiteren Weiler (siehe nächster  Punkt Welche Quellen versorgen welche Gebiete?) versorgt. Besonderheit: das höhergelegene Baugebiet „Westenried – Am Sonnenhang“ wird über einen eigenen Hochbehälter mit 70 m³ versorgt.

Welche Quellen versorgen welche Gebiete?

Die Kolbenquelle versorgt neben Wiggensbach und Westenried folgende Weiler im Außenbereich: Burg, Egg, Emmenried, Ettensberg, Feld, Feurers, Hofs (teilweise*), Hörtwies (teilweise*), Kolben, Strohmayers (teilweise*) und Zur Mühle (teilweise*).

Im Jahr 2025/2026 wurden bzw. werden zusätzlich noch Eggholz, Grub, Hahnenberg, Maisenbaindt, Riedlingen (teilweise*) und Schwenkels angeschlossen. 

Die Schorenquelle versorgt (früher auch Hinoquelle genannt) neben Ermengerst folgende Weiler: Kochs (teilweise*), Nesso (teilweise*), Notzen, Unterried und Wendelins (teilweise*).

Im Jahr 2026 sollen noch die Weiler Steinrinnen, Wohnen und Wagenbühl (teilweise*) angeschlossen werden.

*teilweise = es sind nicht alle Wohngebäude im jeweiligen Weiler angeschlossen

Der Weiler Herrenwies ist über die Verbundleitung Ahegg-Ermengerst direkt an die Fernwasserversorgung Oberes Allgäu angeschlossen.

Welche Vorteile bietet ein Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung?

Ein Anschluss bietet eine zuverlässige Versorgung mit kontrolliertem, hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Die Wasserqualität wird regelmäßig geprüft und entspricht den gesetzlichen Vorgaben. Zudem entfällt für die Haushalte der Aufwand für Eigenkontrollen und Wartung privater Anlagen. 

Welche Maßnahmen erfolgten nach dem trockenen Herbst 2018?

Aufgrund der ausgebliebenen Niederschläge 2018 gingen die Schüttungen in den gemeindlichen Quellen so weit zurück, dass von Mitte Oktober 2018 bis Mitte November 2018 durch Tankfahrzeuge das Wasser zusätzlich transportiert werden musste.

  • 15. Nov. 2018: Die reaktivierte Wasserleitung von Ahegg (Buchenberg) nach Ermengerst wird in Betrieb genommen. Über diese alte PVC-Leitung wird das Fernwasser bezogen. Bis zum Jahr 2005 versorgte der Markt Wiggensbach den Ortsteil Ahegg über diese Leitung mit Trinkwasser.
  • Jan. 2019: Nachdem sich die Quellen wieder erholten und genügend Wasser schütteten, wird nur noch so viel Fernwasser bezogen, wie es aus hygienischen Gründen (Verkeimungsgefahr aufgrund von stagnierendem Wasser) notwendig ist. Dieser provisorische Notverbund stellt keine langfristig sichere Verbundlösung dar. 
  • 2019: Es werden mögliche Verbundlösungen durch das Schwäbische Ingenieurbüro Jellen aus Kempten untersucht und Ende 2019 durch den Marktgemeinderat beschlossen, die Planungen für die Variante „Neubau der Wasserleitung im Radweg im Horizontalbohrverfahren“ weiter voranzutreiben. 
  • 2020: Es erfolgen weitergehende Untersuchungen, die notwendigen Bestandsvermessungen, Bohrungen sowie Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern. Im Dezember wird nach öffentlicher Ausschreibung der Auftrag schließlich an die Firma Max Wild aus Berkheim vergeben.
  • 2021: Verlegung der Trinkwasserverbundleitung in der ehem. Bahntrasse Ermengerst-Ahegg im Horizontal-Spülbohrverfahren (siehe Bilder 08.06.2021)
    Verbundleitung Ahegg...  Verbundleitung Ahegg...

    Verbundleitung Ahegg...  Verbundleitung Ahegg...
    Dabei wurden zwischen Ermengerst und Ahegg im Abstand von 100 bis 200 Metern sog. „Kopflöcher“ gebaggert und anschließend die Leitung im Erdreich gebohrt und „eingezogen“. Die Maßnahme kostete rund 1 Mio. EUR netto. Es werden täglich 24 m³ Wasser vom Fernwasserverband Oberer Allgäu (www.fernwasser-allgaeu.de) über das Buchenberger Leitungsnetz in unser Netz gespeist. Bei Bedarf kann mehr Wasser abgenommen werden.
  • 2022/2023: Planungen zur Sanierung der Schorenquelle, Neubau eines Hochbehälters und Umbau des Tiefenbehälters
  • 2023/2024: Ausweisung Wasserschutzgebiet Schorenquelle
    Gemäß Bescheid des Landratsamts Oberallgäu aus dem Jahr 2004 zur „Entnahme von Quellwasser aus der Wasserversorgungsanlage Schoren, Markt Wiggensbach“ war diese bis zum 30. April 2024 befristet. Vor einer neuen Entnahmeerlaubnis war es notwendig, die unbefristete Schutzgebietsverordnung vom 16. Feb. 1987 zu erneuern, da diese nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprach. Die Schorenquelle konnte nur mit einer aktualisierten Schutzgebietsverordnung weiterbetrieben werden. Der von uns beauftragte Schutzgebietsvorschlag von Horst Tauchmann vom GeoUmweltTeam aus Marktoberdorf wurde vorab in einem mehrmonatigen Beteiligungsverfahren dem Landratsamt Oberallgäu als Genehmigungsbehörde vorgelegt, welche das Wasserwirtschaftsamt Kempten als Fachbehörde beteiligte. Den betroffenen Grundstückseigentümern wurde der Schutzgebietsvorschlag bei drei stattfinden Informationsterminen im Okt. 2022, Jan. 2023 und Juni 2023 (davon zwei mit Behördenvertretern LRA / WWA) vorgestellt. Der Verordnungsentwurf mit Lageplan und hydrgeologischem Gutachten lag öffentlich vom 24. Juli bis 25. Aug. 2023 aus, anschließend konnten die Einwände schriftlich eingebracht werden. Am 9. Januar 2024 fand ein Erörterungstermin mit den betroffenen Grundstückseigentümern im Landratsamt Oberallgäu statt. Das Landratsamt Oberallgäu hat anschließend für die Wasserversorgungsanlage Schorenquelle des Marktes Wiggensbach ein neues Wasserschutzgebiet durch Verordnung festgesetzt und darin die erforderlichen Schutzanordnungen erlassen. Gleichzeitig wurde das Wasserschutzgebiet vom 16.02.1987 aufgehoben. Die neue Verordnung wurde am Dienstag, 5. März 2024 im Amtsblatt des Landkreises Oberallgäu bekannt gemacht und trat am Mittwoch, 6. März 2024 in Kraft.
  • 2023: Sanierung der Schorenquelle 
    Von Juni bis Oktober sanierte die Firma Fa. Scharpf aus Dirlewang die Schorenquelle aus dem Jahr 1912, da die Quellfassung nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen entsprach. Die Fa. Scharpf baut Quellfassungen und saniert Quellen in ganz Deutschland und sanierte bereits unsere Kolbenquelle im Jahr 2008. Die Kosten für die Quellsanierung betrugen knapp 490.000 EUR netto.
  • 2023-2025: Neubau Hochbehälter Schorenquelle und Umbau des bisherigen Hochbehälters (nunmehr „Tiefenbehälter“
    Neubau Hochbehälter:
    Die Bauwerksanalyse des bestehenden Hochbehälters bei der Schorenquelle ergab erhebliche Mängel (keine vernünftige Zuwegung, keine Luftfiltration, UV-Anlage nach Behälter, Installation und Bauwerk sanierungsbedürftig, Rost) und entsprach nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen bzgl. Überwachung etc. Jeweils eine der beiden vorhanden Pumpen im jetzigen Tiefenbehälter (ehem. Hochbehälter) war dauerhaft in Betrieb, um das Wasser bis in die Hochzonen „An der Halde“ in Ermengerst zu transportieren. Mit dem neuen höherstehenden Hochbehälter (ca. 10 m) konnte auf die dauerhaften Pumpe(n) verzichtet werden. Das Wasser wird nur zu bestimmten Zeiten von der Quelle zum Hochbehälter gepumpt (vgl. Kolbenquelle), um anschließend im Freispiegel Ermengerst und die weiteren angeschlossenen Weiler zu versorgen, was zu Einsparungen im laufenden Betrieb führt.
    Der bisherige Hochbehälter hatte ein Volumen von 250 m³, der jetzige 750 m³ (zwei Wasserkammern mit je 375 m³) und somit auch mehr Versorgungssicherheit bei kurzfristigen Stromausfällen. Nach dem Aushub betonierte die Fa. Filgis aus Altusried die beiden Wasserkammern und die Schieberkammer. Im Herbst 2023 wurden die Leitungen zwischen dem neuen und alten Hochbehälter verlegt. 
    Umbau Tiefenbehälter:
    Hier wurden durch die Fa. Scharpf ein neuer PE-Innenbehälter mit 37 m³ eingebaut, durch die Fa. Schütz neue Leitungen verlegt und durch die Fa. Hörburger die Steuerungstechnik eingebaut. 
    Die Kosten für den Neubau des Hochbehälters und den Umbau des bestehenden Tiefenbehälters und dem Leitungsbau betragen insgesamt ca. 1,8 Mio. EUR netto. Der Rodelhang bleibt trotz des Hochbehälters weiterhin nutzbar.

Zwischenfazit: 
All diese Maßnahmen waren notwendig, um die Versorgungssicherheit unserer bestehenden öffentlichen Wasserversorgung auch in Zukunft zu gewährleisten. Durch diese Investitionen haben wir gleichzeitig die Voraussetzungen für größere Erweiterungen unseres Versorgungsnetzes geschaffen.

Wo wurde die letzten Jahre das Trinkwassernetz erweitert?

Folgende Anfragen zum Anschluss an die gemeindliche Trinkwasserversorgung konnten die letzten Jahre bereits erfolgreich umgesetzt werden:

  • 2019: je ein Anwesen im Burgweg und in Notzen
  • 2020: je ein Anwesen in der Mariabergstraße und in Unterried; je zwei Anwesen in Strohmayers und Zur Mühle; Felds und Notzen
  • 2021: Herrenwies 
  • 2022: Feurers und vier Anwesen in Hofs
  • 2024: ein Anwesen in der Mariabergstraße und drei Anwesen in Kochs

Somit hat der Markt Wiggensbach in den vergangenen Jahren immer wieder einzelne Gebäudeeinheiten an die gemeindliche Wasserversorgung anschließen können.

In welchem Gebiet soll die nächsten Jahre das Trinkwassernetz erweitert werden?

Aufgrund der als Folge des Klimawandels immer öfter vorkommenden Trockenphasen gehen immer mehr Anträge auf Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz bei der Gemeinde ein. Darauf reagierte der Marktgemeinderat und beschloss u.a. am 11. März 2024 die Durchführung einer Bürgerbeteiligung mit Hilfe einer Bürgerwerkstatt.
Diese Bürgerwerkstatt wurde dann von Oktober 2024 bis Juli 2025 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dem Marktgemeinderat als Empfehlung vorgestellt und nahegelegt, dass der Ausbau der Versorgungsleitungen in der Verantwortung der Gemeinde für die Bürger unausweichlich ist.

Beschluss des Marktgemeinderates am 13. Okt. 2025:
Netzerweiterung der Trinkwasserversorgungsanlage in Richtung Nordwesten (sog „Hintere Pfarr“). Im Jahr 2026 sollen die Planungen für den „Bauabschnitt 1“ (Neubau Trinkwasserleitung von Westenried nach Schmidsreute inkl. Neubau eines neuen Hochbehälters) erfolgen und im Jahr 2027 soll diese für den langfristigen wirtschaftlichen Betrieb des Versorgungsnetzes notwendige Maßnahme durchgeführt werden. Die weitere Netzerweiterung soll abschnittsweise innerhalb der nächsten 10 Jahre erfolgen. In den jeweiligen jährlichen Haushaltsberatungen sollen die notwendigen finanziellen Mittel eingeplant werden.

Lageplan

🌍 Nachhaltigkeit & Umwelt

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Trinkwasserversorgung aus?

Der Klimawandel beeinflusst die Trinkwasserversorgung auf mehreren Ebenen – sowohl regional als auch weltweit. Hier sind die wichtigsten Wirkungen:

Veränderung der Niederschlagsmuster

  • Mehr Extremereignisse: Starkregen und längere Trockenperioden nehmen zu
  • Folge: Weniger gleichmäßige Grundwasserneubildung, höhere Schwankungen in den Wasserressourcen

Sinkende Grundwasserstände

  • Trockenheit bzw. länger anhaltende niederschlagsfreie/-arme Phasen führen zu geringerer Versickerung
  • Folge: Wasserversorger müssen Quellen sanieren oder neu erschließen

Höhere Temperaturen

  • Mehr Verdunstung aus Böden und Oberflächengewässern
  • Folge: Weniger Wasser steht für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung
  • Die wärmeren Winter bedeuten weniger Schnee, welcher bei der Grundwasserneubildung eine bedeutende Rolle spielt: Als Schnee gefallener Niederschlag bleibt über Tage bis Wochen (früher Monate) auf der Fläche liegen und sorgt(e) so für stetige gleichmäßige Grundwasseranreicherung
  • Folge: Weniger Schnee, der Oberflächenabfluss verzögert und dadurch Grundwasserneubildung fördern könnte

Konkurrenz um Wasser

  • Landwirtschaft und Industrie benötigen in Hitzeperioden mehr Wasser.
  • Folge: Konflikte um die Ressource, besonders in Regionen mit knappen Vorräten

In Deutschland sind besonders Süd- und Ostdeutschland betroffen, weil dort die Grundwasserneubildung in trockenen Sommern stark zurückgeht. 

Darüber hinaus sind wir in Wiggensbach durch unsere topographische Lage am oberen Rand des Illertals von ausbleibenden Niederschlägen viel deutlicher betroffen als im Tal liegende Gemeinden. Deren Grundwasservorkommen werden von weit größeren Einzugsgebieten gespeist und können dadurch Trockenphasen wesentlich leichter überbrücken. Wasser (auch Grundwasser) läuft bekanntlich bergab.

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Der Klimawandel verändert den Wasserkreislauf:

  • In den Sommermonaten ist mit längeren Trockenphasen zu rechnen.
  • Die potenzielle Verdunstung wird ansteigen.
  • Im Winter ist mit einer Verringerung des Niederschlags zu rechnen; seit 2003 gibt es in weiten Teilen Bayern geringe Winterniederschläge (siehe auch Erläuterungen oben).
  • Kommt es zu mehr Starkregenereignissen, wird der Abfluss über das Gewässer steigen. Bei Starkregenereignissen läuft ein Großteil des gefallenen Niederschlags oberflächlich ab, bevor es versickern kann. Einerseits geht dadurch wertvolles Grundwasser verloren, andererseits steigen Hochwassergefahren.

Die Grundwasserneubildung reagiert stark sensitiv auf eine dieser Änderungen – die Kombination von mehreren Änderungen verstärkt dies!

Laut Wasserwirtschaftsamt Kempten sind seit 2003 in Bayern und Kempten keine überdurchschnittlich nassen Jahre (bezogen auf Grundwasserneubildung) mehr aufgetreten und auch durchschnittliche Jahre werden seltener. Dadurch baut sich Jahr für Jahr ein Defizit der Grundwasserneubildung auf. 

Wir beobachten die klimatischen Veränderungen und versuchen, unsere Infrastruktur dementsprechend anzupassen (z.B. durch die Sicherung von Quellen, den Ausbau von Speicherkapazitäten und die Optimierung der Versorgungssicherheit auch in Trockenperioden).

Wie wird Wasser gespart?

Unser Wasserwerk setzt auf moderne Technik zur Leckageerkennung, effiziente Rohrnetze und regelmäßige Wartung, um Wasserverluste zu minimieren. Auch die Bürger können durch bewussten Umgang mit Wasser – z. B. beim Duschen, Gartenbewässern oder Geschirrspülen – einen wichtigen Beitrag leisten.

Was kann ich als Bürger tun, um Wasser zu sparen?

Nutzen Sie Regenwasser für die Gartenbewässerung und achten Sie auf sparsamen Verbrauch. Schon kleine Maßnahmen im Alltag helfen, unsere Wasserressourcen zu schonen:

Tipps und Tricks zum Wassersparen

Was kann ich als Bürger tun, um die Grundwasserneubildung zu fördern?

Sparsamer Umgang mit Wasser

Versickerung ermöglichen bzw. fördern: 

  • Entsiegelung von Flächen
  • Mehr grün (Bäume/Büsche, begrünte Dachflächen und Fassaden (zum Förderprogramm der Gemeinde Wiggensbach), Rasen weniger oft mähen) 
  • Niederschlagswasser nicht ableiten, sondern möglichst ortsnah bzw. auf dem eigenen Grundstück versickern lassen

www.lfu.bayern.de/wasser/umgang_mit_niederschlagswasser/bausteine/index.htm

Trinkwasserverbrauch (Bayern – Deutschland – Planet Erde)

Zum Tag des Wassers am 22. März 2022 veröffentlichte das Bayerische Landesamt für Statistik einen Anstieg des täglichen Trinkwasserverbrauchs um mehr als 5 Liter pro Einwohner von 2010 bis 2019.

Dabei wird 1,0 Milliarden Kubikmeter Wasser (von 2,6 Milliarden Kubikmeter) Frischwasser für den Sektor Energieversorgung genutzt.
Somit verbrauchte 2019 der durchschnittliche Bayer aktiv (direkt) 134,2 Liter pro Tag. Der passive (indirekte) Wasserverbrauch, dazu gehört die Herstellung von Lebensmittel, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern, liegt bei 7.200 Liter pro Person pro Tag. Mehr zu diesem „Wasserfußabdruck“ können Sie beim Umweltbundesamt lernen: www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck#der-wasserfussabdruck-von-deutschland

Global gesehen wird der Zugang zu sicherem Trinkwasser stetig verbessert, jedoch haben weiterhin rund zwei Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser und rund 771 Millionen Menschen keine Grundversorgung mit Grundwasser. Somit warnt UNICEF neben der Klimakrise besonders vor der Wasserkrise, mehr unter: www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/-/weltwassertag-2023-zehn-fakten-ueber-wasser/275338

Referenzen:
www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2022/pm083/index.html
www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#direkte-und-indirekte-wassernutzung

Wie kann ich Wasserverluste vermeiden?

Wir empfehlen Ihnen, den amtlichen Wasserzähler in regelmäßigen Abständen abzulesen, um möglichst zeitnah auf eventuelle Wasserverluste reagieren zu können. Vergleichen Sie Ihre Verbrauchwerte z.B. monatlich.

Vergleichen Sie Ihre Verbrauchswerte mit dem Durchschnittswert von 35 m³ - 50 m³ einer Person im Jahr.

Prüfen Sie regelmäßig Ihre Abnahmestellen (z.B. Armaturen, Spülkästen WC, Überdruckventil an der Heizung, Gartenleitungen, Boiler) auf Undichtigkeit. Veranlassen Sie bei Defekten unverzüglich die Reparatur.

Welcher Wasserverlust kann bei einem Defekt anfallen?

Bei einem Defekt (z.B. Rohrleitung, WC, Boiler, Überdruckventil an der Heizung etc.) kann es zu erheblichen Wasserverlusten kommen.

Wasserverluste 

🧾 Kosten & Abrechnung

Wie setzt sich der Trinkwasserpreis zusammen?

Gemäß Art. 8 des Kommunalabgabengesetzes können Gemeinden für die Benutzung ihrer öffentlichen Einrichtungen und ihres Eigentums Benutzungsgebühren erheben.
Der Preis besteht aus einer Grundgebühr (derzeit i.d.R. 24 EUR netto pro Jahr) und aus einer Verbrauchsgebühr (Stand Dez. 2025: 1,85 EUR netto pro m³). 
Bei einem 4 Personenhaushalt und einer angenommenen Jahresverbrauchsmenge von 140 cbm – demnach 35 cbm pro Person – belaufen sich die Jahresgebühren inkl. Grundgebühr auf 302,81 EUR brutto (= ca. 25 EUR monatlich).

Die Grundgebühr deckt folgende Kosten ab:

  • Bereitstellung der Infrastruktur: z. B. Rohrleitungen, Pumpstationen, Speicherbehälter
  • Wartung und Instandhaltung des Netzes und der technischen Anlagen
  • Messung und Abrechnung: z. B. Kosten für Wasserzähler, Ablesung, Verwaltung
  • Sicherstellung der Versorgung: auch bei geringem oder keinem Verbrauch muss jederzeit Wasser verfügbar sein

Die Grundgebühr sorgt also dafür, dass das System zuverlässig funktioniert – auch wenn ein Haushalt mal wenig oder gar kein Wasser verbraucht.

Die Verbrauchsgebühr ist der Teil der Trinkwassergebühr, der sich direkt nach dem tatsächlichen Wasserverbrauch richtet. Er wird in Euro pro Kubikmeter (m³) berechnet.

Die Verbrauchsgebühr deckt folgende Kosten ab:

  • Förderung und Aufbereitung des Trinkwassers
  • Transport des Wassers bis zum Hausanschluss
  • Energiekosten für Pumpen und Anlagen
  • Laboruntersuchungen zur Sicherstellung der Wasserqualität
  • Betriebskosten für Personal, Wartung und Verwaltung

Je mehr Wasser verbraucht wird, desto höher fällt diese und sorgt also für eine verbrauchsabhängige und faire Kostenverteilung.
Der bayernweiten Durchschnitt liegt bei 1,78 EUR netto (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik aus dem Jahr 2022).


 

Wie oft erfolgt die Abrechnung?

Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich. Die Eigentümer erhalten eine Verbrauchsabrechnung basierend auf dem Zählerstand, den Sie uns mitteilen oder der von unserem Bauhof abgelesen wird.
 

Wie wirkt sich geplante Netzausbau auf den Wasserpreis aus?

Durch den geplanten Netzausbau und die damit verbundenen hohen Investitionen werden die Wassergebühren merklich steigen. Dies betrifft satzungsgemäß alle Wasserabnehmer („Solidaritätsprinzip“). Der Markt Wiggensbach bittet um Verständnis und dankt allen Bürgerinnen und Bürger für die Unterstützung bei diesem wichtigen Schritt für unsere gemeinsame Zukunft und dieser gemeinschaftlichen Leistung.

Bitte bedenken Sie, dass das Einzugsgebiet der Kolbenquelle zu großen Teilen „unter“ dem Gebiet, dessen Erschließung jetzt geplant ist, liegt. Besonders im Bereich der Wasserschutzgebiete müssen Bewohner Nutzungseinschränkungen tolerieren, um die Qualität des Trinkwassers sicherzustellen. Auch dieser Beitrag zur gemeinschaftlichen Leistung (Wasserversorgung Wiggensbach) sollte anerkannt werden. 

Außerdem wird durch den notwendigen zusätzlichen Hochbehälter die Versorgungssicherheit für ganz Wiggensbach weiter erhöht. 

Ein weiterer wichtiger Vorteil: Durch den Netzausbau wird auch die bisher teilweise unzureichende Löschwasserversorgung im Außenbereich deutlich verbessert – ein Plus für die Sicherheit unserer Gemeinde. 

🧪 Wasserqualität & Gesundheit

Ist unser Leitungswasser bedenkenlos trinkbar?

Ja, das Leitungswasser ist von den Quellen über das Rohrnetz bis hin zu den Übergabestellen der Hausanschlüsse (= Wasserzähler) von bester Trinkwasserqualität und erfüllt alle Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Es kann bedenkenlos zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege verwendet werden.

Wie oft wird das Wasser kontrolliert?

Es wird regelmäßig durch ein akkreditiertes Labor (derzeit muva Kempten, Stand 2025) geprüft und die Wasserqualität wird laufend überwacht. Zusätzlich erfolgen regelmäßige Probenahmen an verschiedenen Stellen im Versorgungsnetz, um die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen.

Was kann ich tun, wenn mein Wasser komisch riecht oder schmeckt?

In seltenen Fällen kann es zu Veränderungen kommen, z. B. durch Rohrspülungen oder längere Standzeiten im Hausanschluss. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Auffälligkeiten bemerken – wir gehen dem umgehend nach.

Wie kommt es zu trübem Leitungswasser?

Milchig trübes Leitungswasser kann in der Hausinstallation auftreten. Die Trübung wird verursacht durch Luft, die in das Leitungswasser eingetragen wird. Dies kann z.B. bei Strahlreglern (Perlatoren) auftreten. Die Luft entweicht nach kurzer Zeit und das Wasser ist dann wieder klar.

Warum sollte man Leitungswasser frisch genießen?

Unser Trinkwasser ist ein wertvolles Lebensmittel und hat wie Milch, Brot oder Gemüse ein "Verfalldatum". Verwenden Sie für Lebensmittelzwecke kein abgestandenes Leitungswasser (Stagnationswasser). Hierin könnten sich Inhaltsstoffe aus den Hauswasserleitungen angereichert haben. Trinken Sie deshalb nur frisches und kühles Leitungswasser: Lassen Sie Trinkwasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat, kurz ablaufen, bis es etwas kühler über die Finger läuft. Sie können das abgelaufene Wasser für andere Zwecke verwenden, z. B. zum Blumengießen. Und: Füllen Sie Ihren Kochtopf besser mit Wasser aus der Kaltwasserleitung, denn in Warmwassersystemen stagniert das Wasser oft länger.

Wieviel Nitrat ist im Wasser?

Der Nitratgehalt unseres Trinkwassers liegt bei ca. 4,3 mg/l (Kolbenquelle) bzw. 8,0 mg/l (Schorenquelle) - [Stand bzw. Untersuchung aus dem Jahr 2025]. Der Grenzwert lt. Trinkwasserverordnung liegt bei 50 mg/l. 

Wie kommt der Kalk in meinen Wasserkocher?

Die lebenswichtigen Mineralstoffe Calcium und Magnesium sind in jedem guten Trink- und Mineralwasser enthalten. Bei Erhitzung über 60 Grad Celsius bildet sich aus ihnen der sichtbare "Kalk" oder "Kesselstein".

Können die Wasserleitungen im Haus die Trinkwasserqualität beeinträchtigen?

Wasser, das lange in den Leitungen steht (Stagnationswasser) kann in seltenen Fällen unerwünschte Stoffe enthalten. Dies ist beispielsweise möglich, wenn die Wasserleitungen aus ungeeignetem Material bestehen. Wenn die Leitungen der Hausinstallation dem Stand der Technik entsprechen, brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Falls Sie sich nicht sicher sind, aus welchem Material die Leitungen Ihrer Trinkwasserhausinstallation bestehen, halten Sie sich an die Empfehlung des Umweltbundesamtes: Wasser, das länger als vier Stunden in den Leitungen stand, besser ablaufen lassen. Unser Tipp: Am besten befüllen Sie damit gleich eine Gießkanne und bewässern Ihre Pflanzen.
 

🏡 Anschluss & Hausinstallation

Was kostet ein Neuanschluss?

Gemäß Art. 5 des Kommunalabgabengesetzes erhebt die Gemeinde zur Deckung des Aufwandes für die Herstellung, Anschaffung, Verbesserung oder Erneuerung ihrer öffentlichen Einrichtungen (Investitionsaufwand) von den Grundstückseigentümern für die Wasserversorgungseinrichtung einen Beitrag. Der Beitrag wird nach der Grundstücksfläche und der Geschoßfläche der vorhandenen Gebäude berechnet. Der Beitragssatz beträgt pro qm Grundstücksfläche 5,24 EUR netto und pro qm Geschoßfläche 14,43 EUR netto (Stand 2025). 

Die Geschoßfläche wird nach den Außenmaßen aller Geschoße berechnet, Keller und Garagen werden mit der vollen Fläche herangezogen. Bei Dachgeschoßen kommt es auf den Ausbauzustand an. Balkone, Loggien und Terrassen zählen nicht, wenn sie über die Gebäudeflucht hinausragen.

Grundstücksfläche: Die gesamte Fläche des Grundstücks wird berücksichtigt – bei sehr großen Grundstücken (über 1.500 m²) wird die Fläche begrenzt auf das Zweifache der ermittelten Geschossfläche.

 Beispiel Innenbereich Beispiel Außenbereich 


 

Wer ist für die Hausinstallation zuständig?

Der Markt Wiggensbach liefert das Trinkwasser bis zur Übergabestelle der Hausanschlüsse (= Wasserzähler) in ständig geprüfter guter Trinkwasserqualität. Die Installation innerhalb des Gebäudes – also ab der Übergabestelle (= Wasserzähler) – liegt in der Verantwortung des Eigentümers. Wenn Grenzwerte überschritten werden, liegt das häufig an den Leitungen in den Häusern. Für die Hausinstallationen und deren gesundheitliche und technische Eignung zum Transport von Trinkwasser sind die Haus- und Wohnungsbesitzer verantwortlich. 

Dabei gilt: Arbeiten an der Trinkwasser-Installation sind nichts für Heimwerker und dürfen daher nur von Fachbetrieben durchgeführt werden.

Schützen Sie Ihr Trinkwasser vor Problemen und Verunreinigungen, indem Sie sich an diese Auflage halten und Arbeiten an der Trinkwasserinstallation ausnahmslos nur von Fachbetrieben ausführen lassen!
 

🚱 Für nicht angeschlossene Haushalte

Welche Alternativen zur öffentlichen Versorgung gibt es?

Nicht angeschlossene Haushalte nutzen in der Regel private Brunnen oder Quellen. Diese müssen den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen, wenn das Wasser für den menschlichen Gebrauch verwendet wird.

Muss ich mein Brunnenwasser regelmäßig testen lassen?

Ja. Wenn das Wasser für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist (z. B. Trinken, Kochen, Körperpflege), sind regelmäßige Untersuchungen gesetzlich vorgeschrieben. Die Verantwortung liegt beim Betreiber der Anlage.

Wer hilft mir bei Problemen mit meiner privaten Wasserversorgung?

Bei technischen Fragen oder Problemen können Sie sich an einen Fachbetrieb für Wassertechnik wenden. Wir bieten keine Wartung privater Anlagen an.
 

📢 Störungen & Notfälle

Was tun bei plötzlichem Wasserausfall?

Bitte prüfen Sie zunächst, ob der Ausfall nur Ihr Gebäude betrifft (z. B. durch geschlossene Absperrhähne oder defekte Hausinstallation). Ist das nicht der Fall, informieren Sie uns bitte telefonisch.

Wie erfahre ich von geplanten Wartungsarbeiten?

Geplante Arbeiten werden rechtzeitig über unsere Homepage, lokale Medien oder Aushänge bekannt gegeben. In dringenden Fällen informieren wir betroffene Haushalte direkt.

 Sonstiges / Weitere Informative Links

Wie oft wird der Wasserzähler gewechselt?

Unsere Wasserzähler werden in der Regel alle 6 Jahre gemäß der MessEV ausgewechselt.
 

Wasserverbrauchsanlage? Wasserhaus- bzw. Wassergrundstücksanschluss?

Was gehört alles zur Wasserverbrauchsanlage bzw. was versteht man unter Wasserhaus- bzw. Wassergrundstücksanschluss?

Schaubild Wasserversorgung

Wie hart ist mein Wasser?

Die Wasserhärte der Schorenquelle beträgt 16,3 Grad deutscher Härte (= hartes Wasser) und die der Kolbenquelle 16,4 Grad.

Wie schütze ich meine Wasserleitungen und den Wasserzähler vor Frost?

Der Markt Wiggensbach rät hierzu: Nicht benötigte Leitungen – z.B. Gartenleitungen, Leitungen in frostgefährdeten Räumen – sollten entleert und zugedreht werden. Die entsprechenden Entleerungsventile sollten ständig geöffnet bleiben. Leitungen, die nicht entleert werden können, aber besonders gefährdet sind, ebenso Frost gefährdete Wasserzähler und Ventile, sollten mit Isoliermaterial oder alten Textilien umwickelt und geschützt werden.

Zugluft sollte vermieden werden, so sollten Kellerfenster geschlossen, Türen und Luftspalte gut abgedichtet werden. Wasserzähler und Leitungen in Schächten sollten mit Dämmmaterial geschützt werden, zudem sollte der Deckel dicht abschließen. Gebäude die länger nicht genutzt werden, sollten nie ganz auskühlen. Stellen Sie daher die Heizung nie vollständig ab. Sorgen Sie dafür, dass das Isolier- und Dämmmaterial stets trocken bleibt. Achten Sie trotz aller Vorsorgemaßnahmen darauf, dass Absperrventile und Zähler weiter zugänglich bleiben!

Sollte Ihnen dennoch Leitungen oder Wasserzähler einfrieren, so bitten wir folgendes zu beachten: Auftretende Schäden am Grundstücksanschluss (Leitung von der Hauptleitung in der Straße bis zur Wasserzähleranlage) und an der Wasserzähleranlage sind unverzüglich zu melden. Mit der Beseitigung von Frostschäden hinter der Wasserzähleranlage ist ein Installateur zu beauftragen.

Informative Links

Informative Links (mit dem Fokus auf Bayern gerichtet) gibt es auch vom bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU):